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Städtischer Rasenmäher ist ein Hingucker

SPRINGE. Der neue Mitarbeiter ist 480 Kilo schwer, 1,50 Meter breit – und hat 24,5 PS. Kostenpunkt: Rund 30 000 Euro. Doch dass der ferngesteuerte Rasenmäher ein Männerspielzeug ist, das weist die Stadt entschieden zurück.

Detlef Schmidt macht mit dem neuen High-Tech-Mäher Ordnung auf der Fläche des ehemaligen Minigolfplatzes am Volkspark. FOTO: MISCHER
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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Der ferngesteuerte Hochgras-Sichelmulcher Agria 9600 erinnert eher an eine Mars-Sonde, denn an ein Gerät zum Rasenmähen. Seit vier Monaten ist er beim städtischen Grünflächenteam im Einsatz.

„Das ist eine Investition, auf die wir lange gewartet haben“, sagt Teamleiter Andreas Konstanski. Das Gerät sei bereits intensiv getestet worden und stelle eine enorme Erleichterung für alle Mitarbeiter dar. Immerhin sei der Schadstoffausstoß deutlich geringer, unter anderem, weil der Mäher in Distanz von bis zu 300 Metern vom Bedienenden betrieben werden kann. Überdies könne ein Mitarbeiter mithilfe des neuen Gerätes viel größere Flächen in wesentlich geringerer Zeit mähen. Und: Die Unfallgefahr gehe zurück; Mitarbeiter, die mit dem Neuen zusammenarbeiten, seien am Ende weniger erschöpft.

Wie aufs Stichwort drückt Detlef Schmidt auf einen Knopf auf der großen, gelben Fernbedienung: In den ersten Sekunden tuckert der Motor lautstark wie eine Harley, dann summt er wesentlich leiser sonor vor sich hin. „Ab drei Metern Entfernung benötige ich keinen Gehörschutz mehr“, sagt Schmidt. Und lässt den Mäher auf mannshohe Brennnessel und Graswälder zurollen.

Normalerweise wären auf solch einer Fläche zwei Personen im Einsatz: Einer würde den Aufwuchs mit einem Freischneider entfernen, ein zweiter Kollege würde anschließend mit dem Mulchmäher übers Grün rollen. Mit dem neuen Kollegen entfalle der Arbeitsschritt, betont Konstanski. Immerhin schneide der nicht nur das Grün, sondern häcksele es auch klein und verteile es auf dem Grund. Bereits nach zehn Minuten hat der ferngesteuerte Mäher gut die Hälfte der Fläche, das ist der ehemalige Minigolfplatz im Volkspark, kurzgemäht.

Wenn er mit dem martialischen Mäher unterwegs ist, werde er häufig von Passanten angesprochen. Oft flachsten die, dass man bei der Stadt jetzt offenbar „ein neues Spielzeug“ habe. Für solche Späße hat Schmidt wenig Verständnis, sagt er. Immerhin handele es sich um ein Arbeitsgerät, damit spiele man nicht. Schließlich sei beim Mähen stets die volle Aufmerksamkeit von Nöten: Äste oder Baumstämme könnten sich unter dem Aufwuchs verbergen und das Gerät beschädigen.

Auf ein Jahr und die ganze Stadt hochgerechnet geht Konstanski von einer Zeitersparnis durch die Neuanschaffung von mehreren Wochen aus – pro Mitarbeiter.

Genutzt wird der Fern-Mäher in der Regel für die Pflege sogenannter extensiver Flächen: Die müssen zwei Mal jährlich geschnitten werden. Das Grünflächenteam der Stadt besteht derzeit aus 25 Mitarbeitern.



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