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Stadtwerke könnten Wohnungsbau übernehmen

SPRINGE. Bürgermeister Christian Springfeld kann sich vorstellen, die Stadtwerke auch beim dringend benötigten sozialen Wohnungsbau einzusetzen. „Derzeit gibt es aber keine konkreten Überlegungen“, betont er. Rechtlich möglich wäre die Erweiterung des Geschäftsfeld ohne Weiteres – weil es sie schon längst gibt.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Der sogenannte Unternehmensgegenstand ist ein Fachbegriff für den Bereich und die Art der Tätigkeit einer Firma. Die Stadtwerke haben ihren gerade erst geändert, ganz offiziell per Bekanntmachung über das zuständige Amtsgericht Hannover. Hintergrund sei, so das Unternehmen, der Plan, Strom bundesweit verkaufen zu können. Laut der Bekanntmachung engagiert sich der Kommunalbetrieb auch im Wohnungsbau. Und kümmert sich erst an zweiter Stelle um „Aufgaben der Erzeugung und Versorgung mit Energie, Wärme, Wasser und der Telekommunikation“.

Der Hintergrund: Stadtwerke sind, üblicherweise, kommunale Unternehmen – daher die Vorsilbe Stadt. Sie kümmern sich in der Regel um die Energie- oder Wasserversorgung. Dazu brauchte es früher Kraft- oder Wasserwerke – deshalb der Wortteil Werke. Für den Wohnungsbau haben etliche Kommunen eine städtische Wohnungsbaugesellschaft. In Springe gibt es die nicht – die Stadt hängt aber bei der Kreissiedlungsgesellschaft mit drin.

Stadtwerke-Unternehmenssprecherin Stephanie Döring sagt, dass es sich bei der Formulierung in Sachen Wohnungsbau um eine Standardklausel handele, die in dem Fall nicht auf Springe angepasst worden sei. „Wir bauen keine Wohnungen – und auch in Zukunft ist das nicht geplant“, betont sie. Neu an der Bekanntmachung des Amtsgerichts sei nur der Passus, dass sich die Stadtwerke nun auch im Vertrieb und der Verpachtung „von Anlagen zur Energieerzeugung und Energieverteilung innerhalb der Bundesrepublik Deutschland“ engagiere. Diese Änderung sei nötig geworden, weil die Stadtwerke mittlerweile insgesamt 1000 Stromkunden in Bad Münder, Wennigsen, Gehrden, Hemmingen und Pattensen haben.

Trotzdem ist das Thema eine Chance: Zuletzt war der kommunale Wohnungsbau im Zuge der Diskussion über Flüchtlings-Unterkünfte ins Gespräch gekommen. Springfeld, der zugleich Aufsichtsrats-Chef der Stadtwerke ist, betont, dass er der Idee, die Stadtwerke im Wohnungsbau zu nutzen, grundsätzlich nicht negativ gegenübersteht – aber keine konkreten Pläne hege. Es fehle sowohl an Mietwohnungen als auch an Platz für Einfamilienhäuser. Springfeld: „Bei den Baugebieten sind wir an allen Ecken am Thema dran.“

Dass die Stadtwerke ihre Unternehmenszwecke bei Bedarf ausweiten, haben sie just gezeigt: Sie wollen in den Wettbewerb ums Springer Wassernetz einsteigen. Festgehalten war das schon lange – im Unternehmensgegenstand.



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