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Stadtverwaltung: Wenig Frauen in Führungspositionen

SPRINGE. In den Leitungsfunktionen der Stadtverwaltung arbeiten deutlich weniger Frauen als Männer. Stärker repräsentiert sind Frauen in den niederen und mittleren Positionen der Verwaltung.

Männer in Führungspositionen: Fachdienstleiter Gerd Gennat (v.l.), Bürgermeister Christian Springfeld und Fachbereichsleiter Jörg Klostermann. FOTO: ARCHIV/HELMBRECHT
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Das geht aus dem Gleichstellungsplan hervor, den die Gleichstellungsbeauftragte Lena Rödiger gemeinsam mit dem Personalrat erstellt hat – und der Politik vorlegen wird.

Demnach sind von den 275 Beschäftigten bei der Stadtverwaltung 48,73 Prozent weiblich – und 51,27 Prozent männlich. Damit wären Männer und Frauen theoretisch gleichberechtigt. Aber ganz so einfach ist es denn doch nicht. Denn in dieser Rechnung wird nicht berücksichtigt, ob es sich bei den Stellen um Vollzeit- oder Teilzeitjobs handelt. Genau das spielt aber laut des niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes eine entscheidende Rolle. Und mit Blick auf die Arbeitszeit sieht die Bilanz ganz anders aus: Unter den Vollzeitbeschäftigten liegt der Frauenanteil nur noch bei 42,7 Prozent. Umgekehrt bedeutet das, dass der Anteil der Frauen, die nur einen Teilzeitvertrag haben, ziemlich hoch ist.

Im einfachen und mittleren Dienst sind dabei viele Frauen vertreten: In der Laufbahngruppe 1 arbeiten zehn Beschäftigte, nur 42,87 Prozent davon sind männlich, in Besoldungsgruppe A7 arbeiten drei Personen, alle weiblich.

Eklatant wenig Frauen sind im gehobenen und höheren Bereich der Stadtverwaltung als Beamte vertreten, jenen Bereichen, deren Mitarbeiter in der Regel auch Führungsaufgaben wahrnehmen: Dort sind nur 23,92 Prozent der Beschäftigten weiblich. So heißt es denn im Gleichstellungsplan auch ganz direkt: „Es wird an dieser Stelle bereits deutlich, dass der Grad der Unterrepräsentanz mit der Wertigkeit der Stellen steigt.“ Will sagen: Je wichtiger ein Posten ist, je unwahrscheinlicher ist es, dass er von einer Frau bekleidet wird. Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Angestellten im gehobenen und höheren Dienst. Dort liegt der Frauenanteil, je nach Gehaltsgruppe, zwischen 36,99 und null Prozent.

Ein umgekehrtes Bild ergibt sich in den – schlechter bezahlten – Sozial- und Erziehungsberufen. Dort sind deutlich mehr Frauen angestellt, der Anteil der Männer liegt bei lediglich 25,68 Prozent.

Im Gleichstellungsplan wird ein Programm entwickelt, in dem steht, was wann und wo passieren müsste, damit die Gleichstellung erreicht werden kann. Geht etwa in einer Besoldungsgruppe, in der mehr Männer als Frauen arbeiten, ein Mann in den Ruhestand, wird empfohlen, dass eine Frau eingestellt wird.

Überdies macht Rödiger der Verwaltung ganz klare Vorschläge, was zu tun ist, damit das Ungleichgewicht in den verschiedenen Bereichen künftig aufgehoben werden kann. In Segmenten, in denen ein Geschlecht in der Minderheit ist, soll dieses in Stellenausschreibungen „ausdrücklich angesprochen“ werden. Und auch zu Vorstellungsgesprächen sollen jeweils mindestens zur Hälfte Bewerber des unterrepräsentierten Geschlechts eingeladen werden, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen. Auch soll bei jungen weiblichen Angestellten mittels einer sogenannten „Nachwuchsführungskräftequalifizierung“ die Lust auf Führungsaufgaben geweckt werden.

Rödiger stellt den Gleichstellungsplan während der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch, 13. Februar, der Politik vor.



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