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Stadt verteidigt ihr Fahrrad-Konzept

SPRINGE. Es soll das Radfahren in der Stadt attraktiver und sicherer machen – Kritiker fürchten aber, dass es genau das Gegenteil bewirken könnte. Zuletzt gab es auch im Springer Ortsrat Vorbehalte gegen das neue städtische Fahrradkonzept.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

SPRINGE. Es soll das Radfahren in der Stadt attraktiver und sicherer machen – Kritiker fürchten aber, dass es genau das Gegenteil bewirken könnte. Zuletzt gab es auch im Springer Ortsrat Vorbehalte gegen das neue städtische Fahrradkonzept: Weitere Maßnahmen liegen jetzt erst einmal auf Eis.

Bürgermeister Christian Springfeld kann den Unmut über das Konzept nicht recht nachvollziehen: „Das ist ja kein Schildbürgerstreich, den wir uns im stillen Kämmerlein ausgedacht haben. Wir setzen damit nur geltendes Recht um.“ Er verweist auch in einer langen Stellungnahme der Stadt auf das Bundes-Verkehrsministerium, das in der Straßenverkehrsordnung bereits seit dem 1. September 1997 das Radfahren auf der Fahrbahn innerorts als Regelfall vorsehe. Unfalluntersuchungen hätten ergeben, dass Radfahrer, die sich auf der Fahrbahn befinden, von Autofahrern besser wahrgenommen werden, erinnert die Stadt. Dadurch sinke das Unfallrisiko erheblich, sagen Experten.

„Das klingt natürlich erst einmal merkwürdig, wenn man hört, dass ein Radfahrer auf der Straße sicherer ist“, räumt Springfeld ein. Und deshalb möchte die Stadt Aufklärungsarbeit leisten. Unter anderem dadurch, dass auf der Stadt-Homepage ein umfangreiches Informations-Dossier zum Fahrradkonzept eingestellt worden ist. Da ist etwa zu lesen, dass Springe keine Straße habe, an der ein Radweg zwingend vorgeschrieben sei. Und da steht auch dieser Satz: „Einige Radfahrer wollen als gleichwertige Verkehrsteilnehmer behandelt und nicht in ihren Rechten eingeschränkt werden.“

Und genau so scheinen die Neuerungen auch angenommen zu werden: Den Schutzstreifen an der Völksener Straße etwa nutzen die meisten Radler gefühlt nicht. Die Mehrheit fährt weiterhin auf dem Bürgersteig. Und die Minderheit macht von der Extra-Spur für Radler auf der Straße wirklich Gebrauch.

Springfeld glaubt, dass das in erster Linie eine Frage der Gewohnheit ist: „Wenn man das Radwegfahren einmal lieb gewonnen hat, kann man sich das nicht einfach so schnell abgewöhnen“, fürchtet er. Das sei ein Lernprozess, der auch Zeit brauche.

„Wir haben das Konzept ja gemeinsam mit der Polizei und dem ADFC erarbeitet“, sagt Springfeld, und auch die Politik sei immer dicht angebunden gewesen, „wir wollten alle mit im Boot haben“. Vor dem Hintergrund wundere es ihn, dass einige Mitglieder des Ortsrates sagen, sie hätten nichts davon gewusst.

Auf der nächsten Ortsratssitzung soll abermals über das Konzept gesprochen werden.



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