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Stadt und Anwohner streiten um Kastanie

GESTORF. Sie ist in die Jahre gekommen, die Kastanie im Gografenwinkel. Nun fürchten Anlieger, dass abbrechende Äste zu einer Gefahr werden könnte. Sie möchten den Baum, der einst privat und nun städtisch ist, fällen und stattdessen eine neue Kastanie pflanzen lassen.

Die Kastanie im Gografenwinkel ist nach Einschätzung der Anlieger nicht mehr intakt.

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Der Ortsrat Gestorf will nun einen Ortstermin mit Vertretern der Stadtverwaltung und den Anliegern anberaumen. Ortsbürgermeister Eberhard Brezski (SPD) ist sich sicher: „Wir werden eine gemeinsame Lösung finden“.

„Ich nehme die Sicherheitsbedenken der Anlieger ernst“, machte er aber auch ganz deutlich. Bei der Kastanie, die wohl rund einhundert Jahre alt ist, seien schon Äste abgebrochen. In der Krone sichern inzwischen Kunststoffgurte einige Astgabeln. Bei Starkwindereignissen könnten auch angrenzende Gebäude durch abbrechendes Geäst beschädigt werden, fürchtet der Ortsratschef.

Eine Fällung des Baums bei gleichzeitiger Neuanpflanzung sei sicher eine sinnvolle Variante, heißt es in der Beschlussvorlage von Brezski, der das Gremium zustimmte. Zunächst verwundert zeigte sich der Ortsbürgermeister, dass seine Anfrage nach einem Ortstermin bei der Stadt quasi wie eine Verwaltungsmitteilung „in einen großen Verteiler“ gekommen sei.

Doch der Vertreter der Stadtverwaltung in der Ortsratssitzung, machte deutlich: Es seien alle betroffenen Fachdienste wie etwa das Umwelt- und das Tiefbauamt informiert worden. Das sei ein ganz normaler Vorgang.

Der Ortsrat dringt nun darauf, dass bei dem Ortstermin von Seiten der Verwaltung ein Fachmann mit dabei sein soll. Die Stadtverwaltung habe hier Experten, ist sich der Ortsbürgermeister sicher.

Anwohner Carsten Sustrate gab seiner Sorge Ausdruck: „Was passiert, wenn ein spielendes Kind beim Kastaniensammeln getroffen wird?“, fragt er sich. Der Baum sei einst von seinem Großvater auf privatem Boden gepflanzt worden.

Inzwischen sei das Areal und damit auch die Kastanie in städtischem Besitz, der Baum sei bei der Stadt katalogisiert. Der Baum stehe direkt an einer Asphaltkante und habe damit keinesfalls mehr einen idealen Wachstumsstandort. Es wäre sicher sinnvoll, einen neuen Baum in der Nähe und – und dann auf einem geeigneten Untergrund – zu pflanzen.

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