weather-image
29°
…zumindest sprechen die Zahlen in Holtensen dafür / Hausbesitzer werden in die Pflicht genommen

Stadt siegt im Kampf gegen das Hochwasser

Holtensen/Boitzum. „Die Situation ist nicht ohne“, sagt Heinrich Freimann. Während der Regen energisch auf das Dach des Feuerwehrhauses in Boitzum prasselt, erinnert der Ortsbürgermeister seine Mitstreiter und die Zuschauer an die Dramen, die sich vor genau einem Jahr abspielten: die bangen Tage, in denen das viele Wasser einfach nicht in den Griff zu kriegen war.

270_008_5155878_wasser2.jpg

Autor:

Markus Richter

Der Krisenstab traf damals zusammen, nachdem Straßen und Keller überfluteten, als Kanalisation und Abwasserpumpwerk kollabiert waren. Später stellten Techniker fest: Nicht allein die Schneeschmelze hatte dazu geführt – vielmehr waren 50 Hausanschlüsse falsch angeklemmt: Der Schmutzwasserkanal – Holtensen hat ein Trennsystem – musste auch das „private“ Regen- und Grundwasser aufnehmen.

„Inzwischen hat die Stadt zahlreiche Sanierungsarbeiten an der öffentlichen Kanalisation wie auch an privaten Anlagen durchgeführt“, teilt Ortsratsbetreuer Michael Damm jetzt mit. So wurden im Januar 10 300 Kubikmeter Abwasser von Holtensen nach Eldagsen gefördert – das entspricht dem 6,5-fachen Nominalwert. Im Dezember sank nach Angaben des zuständigen Fachdienstes die Menge auf 5500 Kubikmeter oder den 3,5-fachen Wert.

Bedenklich wirken da noch die Daten für Boitzum, auch wenn die Mengen inzwischen „nur“ noch dem 8,7-fachen Wert, und nicht mehr dem 11,8-fachen entsprechen. Dort sind im Gegensatz zu Holtensen zwar die Hauptkanäle auch mit Inlinern saniert, aber noch keine Arbeiten im Bereich der Anschlussleitungen durchgeführt worden.

In seinem Fazit kommt der Fachdienst zu dem Schluss, dass die Fremdwassermenge in Holtensen um rund 20 Prozent gedrückt werden konnte. „Dennoch ist dieser Anteil erheblich“, ergänzt Damm. Weitere Untersuchungen sollen nun folgen, sobald die Witterung es zulässt. Dass die Situation im Gegensatz zur optimistischen Annahme der Stadt noch immer nicht ganz reguliert worden ist, zeigt sich auch daran, dass erst vor Kurzem wieder ein verstopfter Kanal zur Flutung eines Kellers geführt hatte. Das Inventar des Wohnhauses wurde in Mitleidenschaft gezogen – der Kommunale Schadensausgleich tritt dafür ein. „Trotzdem ist das ärgerlich“, findet Freimann und spricht den Hausbesitzern damit wohl aus der Seele.

Anwohner sollen nun aufgefordert werden, einen Dichtheitsnachweis ihrer Hausanschlüsse zu erbringen – deutlich vor 2019.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare