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Stadt sagt Tauben den Kampf an

Springe. Ein bisschen hat Werner Mosch schon aufgegeben, bevor es richtig losgeht. Denn die Innenstadt-Tauben, die der Ordnungsamts-Chef gerne loswerden will – sie lassen sich nicht verscheuchen, sondern nur umsiedeln: „Und es kommen immer welche nach.“ Einzige Lösung für ihn: Man muss es den Vögeln möglichst unbequem machen. Und zwar Hand in Hand mit den Haus- und Grundstückseigentümern.

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Wer durch die Innenstadt geht, der sieht schon länger, dass es ein Problem gibt: Tauben sitzen auf den Dächern und Straßen, Kot liegt auf den Wegen. Kürzlich beschwerten sich laut Mosch erstmals Ladenbetreiber über die Unannehmlichkeiten. Er geht davon aus, dass sich darüber hinaus zahlreiche Anlieger in der City betroffen fühlen.

„Unangenehm,

wenn es tote Tauben regnet“

Auch deshalb will die Stadt das Problem jetzt aufgreifen. Man habe viele Vorschriften gewälzt, sagt Mosch. Erste Erkenntnis: Taubenplagen sind keine Seltenheit. „Andere Gemeinden haben da noch weitaus größere Probleme.“

In Springe selbst gebe es ebenfalls Schwerpunkte – Orte, an denen sich die Tauben wind- und wettergeschützt fühlen können; wo sie Sitz- oder Nistplätze finden: „Da lassen sie sich häuslich nieder“, sagt Mosch.

Doch während die Stadt Ratten oder Mäuse mit Gift bekämpfen darf – und dies auch regelmäßig tut – ist das bei Stadttauben nicht möglich: Sie werden als Nachkommen von Haustauben durch das Tierschutzgesetz vor diesem Schicksal bewahrt. Dazu kommt: Gift gilt hier als nicht sehr effektiv.

„Außerdem ist es sicherlich nicht angenehm, wenn es tote oder sterbende Tauben vom Himmel regnet“, sagt Mosch. Weil die Taubenbevölkerung in Springe und Umgebung extrem groß sei, „werden leere Stammplätze im Stadtkern bei Revierkämpfen sofort wieder belegt“, weiß der Experte.

Bleibt aus seiner Sicht also die Möglichkeit, den Tieren ihren Aufenthalt zu verleiden: Ihre Lieblingsplätze müssen so umgestaltet werden, dass Anfliegen oder Landen unmöglich gemacht werden.“ Dachflächen und Fensterbereiche müssten mit einigem Aufwand umgerüstet werden. „Das darf die Gemeinde aber auf Privatgrundstücken nicht leisten“, sagt Mosch – sie würde „in unzulässiger Weise in die Eigentumsrechte eingreifen“.

Ohnehin funktioniere das Vorhaben nur, wenn alle Eigentümer an einem Strang ziehen: „Die Tauben wandern sonst immer zu dem Haus, bei dem sie noch Platz finden.“ Je größere Teile der Innenstadt daher entsprechend ausgerüstet seien, desto durchschlagender sei auch der Erfolg.

Wer sich von der Stadt beraten lassen möchte, der kann sich an den Fachdienst Ordnung und Verkehr wenden ( 05041/730). Die Mitarbeiter beraten, wie Anflug-, Sitz- und Nistflächen umgestaltet werden müssen, um für Tauben unattraktiv zu werden. „Unser Ziel muss es sein, diesem Federvieh ein Standortproblem zu schaffen“, sagt Mosch.



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