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Stadt gibt die Hoffnung auf einen Großinvestor nicht auf

SPRINGE. „Wenig Bewegung“ bescheinigt Bürgermeister Christian Springfeld den Hoffnungen, nach dem geplatzten Rewe-Großprojekt schnell eine neue Lösung für bauliche Veränderungen in der Innenstadt zu finden. Aufgeben will man im Rathaus aber nicht.

Bleibt erst mal, wo es ist: Das Pflaster der Fünfhausenstraße in Höhe des Nordwalls. Foto: hische
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Und verschiebt sogar die Sanierung der Fünfhausenstraße zwischen Marktplatz und Nordwall.

Im August 2018, wenige Tage nach dem Aus für das Millionenvorhaben von Peter Othmer und Dennis Melching, verkündete die Stadt, gleich mehrere Investoren hätten sich im Rathaus gemeldet und ein mögliches Engagement signalisiert. Davon ist heute nicht mehr viel übrig – was auch, bedauert Springfeld, am fehlenden Stadtentwicklungskonzept liege: Ein Hamburger Unternehmen habe sich überrascht gezeigt, dass es das Konzept und damit die Möglichkeit auf Fördergelder – etwa für Abrissarbeiten – nicht gebe. Und habe sich schließlich zurückgezogen.

Bei allem Bedauern dürfte die Absage aus der Millionenmetropole den Bürgermeister in seiner Forderung bestätigen: „Die waren verblüfft, dass eine Stadt von Springes Größe das nicht hat. Darum habe ich immer gesagt, dass wir das Konzept auch ohne konkreten Anlass brauchen.“ Bislang hatten SPD und CDU alle Vorstöße der Stadt abgeblockt. Zuletzt sollte eine Art Workshop aus Politik und Verwaltung das Thema weiterdiskutieren.

Dass die Stadt trotz allem auf Veränderungen rund um den Marktplatz setzt, zeigen die aktuellen Planungen zum Thema Fernwärme: Die in diesem Zuge geplante Sanierung der unteren Fünfhausenstraße beschränkt sich nun auf den Abschnitt zwischen „Am Grünen Brink“ und Nordwall/Parkgarage. Die Strecke zwischen Nordwall und Niederntor/Marktplatz bleibt außen vor: „Die Stadt erwartet, dass es in diesem Bereich in den nächsten Jahren eine Neuordnung der Bebauung und Nutzung geben wird“, heißt es in einem Papier der Verwaltung: Damit einhergehend rechne man mit einer „Neugestaltung dieses Straßenabschnitts (...), um eine attraktive Innenstadt zu gestalten. Auf Investitionen, die dann bald wieder hinfällig werden, soll deshalb verzichtet werden“. Soll heißen: Gelingt doch irgendwie der große Wurf, will man sich die Arbeit nicht doppelt machen. „Wir wollen uns Optionen offenhalten“, sagt Springfeld: „Wir haben ja gesehen, dass es durchaus Interesse gibt“ – und vielleicht eines Tages doch ein Stadtentwicklungskonzept.

Erwogen hatte die Stadt zwischenzeitlich auch, mit einem eigenen Architekten-Wettbewerb mögliche Szenarien für Veränderungen in der Stadt abzuklopfen. „Die Idee hat durchaus Charme“, sagt Springfeld auch heute. Bewegung gab es offenbar jedoch auch dabei zuletzt eher wenig.

Etwas tun soll sich bei dem Geschäftsgebäude, in dem unter anderem der Drogeriemarkt Rossmann seine Filiale betreibt. Es sollte dem Parkplatz für den Rewe-Neubau weichen. Doch das Projekt platzte im August. Seitdem arbeitet Investor Peter Othmer an einem neuen Konzept für die Immobilie. Der NDZ sagte er am Mittwoch, man wolle sich in den kommenden Wochen mit mehreren potenziellen Mietern einig werden. Danach sollen dann auch in Absprache mit den Nutzern die Umbauarbeiten etwa an Fassade und Fenstern starten. Mit Bedauern verkündet Othmer, dessen Elternhaus nur wenige Meter entfernt an der Burgstraße stand, dass die geplante Ansiedlung eines kleinen Nahversorgers gescheitert sei: Ein Interessent habe sich zurückgezogen, nachdem der Rat die Erweiterung des Lidl-Marktes nördlich der Innenstadt abgesegnet hatte. Nach NDZ-Informationen waren die Gespräche über einen Nahversorger in der Innenstadt sogar der Grund, aus dem die Lidl-Entscheidung von Ende 2018 auf Anfang 2019 verschoben worden war. zett



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