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Angst vor Rechtsextremen: Polizei beobachtet Veranstaltungen im Museum und Amtsgericht

Staatsschutz observiert Objekte in Springe

Springe (ric). Aus Sorge vor möglichen verfassungsfeindlichen Aktionen haben Polizei und Staatsschutz am Donnerstagabend zwei Gebäude in Springe observiert. Sowohl das Museum auf dem Burghof als auch das Amtsgericht standen unter besonderer Beobachtung.

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In beiden Häusern fanden parallel kulturelle Lesungen rund um den Themenkomplex Drittes Reich statt. Während das bekannteste nazikritische Werk Ingrid Keuns, „Nach Mitternacht“, im Amtsgericht gelesen wurde, war im Museum Autorin Corinna Luedtke zu Gast. Ihr Projekt „Schreiben gegen das Vergessen“ hatte anlässlich einer Gedenkveranstaltung in Laatzen vor einem Jahr zur Reichspogromnacht für Aufsehen gesorgt. Die rechtsextreme hannoversche NPD hatte damals auf ihrer Internetseite eine Hetzkampagne gestartet – inzwischen ist der Artikel jedoch verschwunden.

Eingeladen hatte jetzt der Kirchenkreis in seiner Reihe „Kirche trifft.“ Polizeibeamte durchsuchten im Museum auf dem Burghof vorab sicherheitshalber die Räume. Kommissariatsleiter Achim Bense sagte auf Anfrage, man habe die Sorge gehabt, „dass Leute aus dem rechten Spektrum die Veranstaltung stören könnten“. Vorsorglich fuhren Beamte im Streifenwagen durch die Stadt, Zivilpolizisten waren vor Ort. „Der Staatsschutz wird in solchen Fällen immer eingeschaltet“, sagt Bense. Tatsächlich passiert ist nichts – der Kommissariatsleiter findet es dennoch besser, einmal mehr als einmal zu wenig in Aktion zu treten. Das von Luedtke ins Leben gerufene Projekt „Schreiben gegen das Vergessen“ in Kooperation mit Schülern will ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen. Im Museum fand die Veranstaltung dann im kleinen Rahmen statt – hinter verschlossenen Türen und mit Polizeiwagen auf dem Hof.



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