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Springes Ortsrat will Hundekot-Beutelspender aufstellen

SPRINGE. Der Ortsrat Springe will das Hundekot-Problem in den Griff bekommen: Schnellstmöglich sollen in der Kernstadt zehn Tüten-Spender aufgestellt werden. Kosten: 6000 Euro. Eine Investition, die Ordnungsamtsleiter Werner Mosch unverhohlen als sinnlos bezeichnet.

Und wer macht den Hundekot weg? Der Ortsrat will neue Ideen für mehr Sauberkeit testen. Foto: ARCHIV
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

„Die werden immer an der falschen Stelle stehen“, sagte Mosch, verantwortungsbewusste Hundehalter hätten immer einen Beutel dabei. Den anderen könne man die Tüten hinterhertragen – und selbst dann seien sie im entscheidenden Moment nicht bereit, sich zu bücken. Mosch deutlich: „Der Steuerzahler muss nicht dafür bezahlen, dass Leute ihren Hund ausführen können.“

Die Mehrzahl der Ortsratsmitglieder mochte sich damit nicht zufriedengeben. Es gehe um ein Entgegenkommen, erklärte der Liberale Nick Kelting. Christdemokrat Oliver Groseck möchte neuralgische Punkte wie Spielplätze und Friedhöfe abdecken. Und der Freie Wähler Guido Tegtmeyer ist überzeugt, dass die Hundekot-Tütenspender in anderen Städten sehr wohl zu mehr Sauberkeit führen: „Das ist das, was ich sehe.“

Eine Aussage, der Mosch widersprach. Seine Kollegen vom Tiefbauamt hätten eine Umfrage in anderen Kommunen gestartet. Das Fazit: „Es bringt nichts.“ Er gebe dem Ortsrat Recht, dass das Thema Hundekot ein „wirklich großes Problem“ sei: „Damit haben wir fast täglich zu tun.“ Leider sei es aber noch in keinem einzigen Fall gelungen, einen Bußgeldbescheid zu stellen. Viele verärgerte Bürger würden sich in seinem Amt melden und Hinweise geben, „aber entweder möchten sie selber anonym bleiben oder sie möchten den Störer nicht namentlich nennen“.

Den Vorschlag des Ortsrates, seine Mitarbeiter sollten gezielt auf Vergehen von Hundehaltern achten, lehnte er ab. So viel Personal habe er nicht.

Ein Beutel-Spender kostet laut Mosch rund 100 Euro. Dazu kommen die Kosten fürs Aufstellen, für zusätzliche Mülleimer in der Nähe (die Tüten müssen ja entsorgt werden können) und deren Leerung. Auch der Kauf der kompostierbaren Säcke geht ins Geld. Mosch warnt außerdem: „Wenn Sie das haben wollen, werden Bennigsen, Eldagsen und Völksen nachziehen.“

Der Ortsrat sprach sich dennoch für einen Testlauf mit zehn Tüten-Spendern aus. Ob die wirklich aufgestellt werden, darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: Der Ortsrat möchte die 6000 Euro nicht aus seinem Budget nehmen, sondern verweist auf den allgemeinen Haushalt. Das Thema rutscht deshalb in den nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss.



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