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Springer Tellkampfschule startet ins 90. Jahr

SPRINGE. 2019 wird für die Tellkampfschule von besonderer Bedeutung sein: „Das Landheim wird nämlich 90 Jahre alt“, sagt Martin Werner, seit 1992 Kassenwart des Landheimvereins. Werner ließ beim Neujahrsempfang in der Sporthalle des Landheims die bewegte Geschichte des Hauses im Papenwinkel Revue passieren.

Ohne ihren Einsatz läuft nichts: Paul Simons bedankt sich bei Raumpflegerin Fatou Mboob (r.) und Hauswirtschaftsleiterin Melanie Stahl für ihre Arbeit. FOTO: HUPPERT

Autor

Christoph Huppert Reporter

Am Ende der 80er-Jahre in eine schwere Krise geraten, hat die Einrichtung das allgemeine Sterben der Schullandheime überlebt und sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer stark nachgefragten, sozialen und ökologischen Bildungseinrichtung gemausert. Diese Erfolgsgeschichte des Landheims würdigten dann auch der örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch, die SPD-Landtagsabgeordnete und Mitglied des Kulturausschusses Kerstin Liebelt, und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Springe, Heinrich Freimann.

Miersch konnte bei dieser Gelegenheit der seit vergangenem Jahr im Landheim beschäftigten Raumpflegerin Fatou Mboob und ihrer aus Ghana nach Deutschland gekommenen Familie gratulieren, die am gleichen Tag die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte.

Umwelt- und Klimaschutz, vor allem aber moderne, ressourcenschonende Ernährung sind die Kennzeichen der im Schullandheim angebotenen Bildungsangebote. „Es geht um die drei Säulen der ökologischen, sozialen und ökonomischen Vernunft“, so Miersch in seinem Grußwort. „Man kann eben mit der Natur nicht verhandeln; wir dürfen die planetaren Grenzen nicht überschreiten.“

Von der dem Pariser Klimaschutzabkommen entsprechenden Bauweise der Sporthalle bis zu den vielfältigen Bildungsangeboten vermittle man im Landheim nachhaltiges Wissen nach der Devise „Global denken, lokal handeln.“ Auch Paul Simons, seit 2015 Vorsitzender des seit 100 Jahren bestehenden Landheimvereins, stellte Klimaschutz und nachhaltige Ernährung in die Mitte seiner Ausführungen. „Halb so viel Fleisch und Milchprodukte, das ist unser Sonntagsbratenkonzept“, stellte er klar.

Von der Schmackhaftigkeit dieser Ernährung konnten sich die Gäste beim von Hauswirtschaftsleiterin Melanie Stahl und dem Landheimteam servierten veganen Menü überzeugen.

„Jeder von uns ist wirksam“, so die Schulleiterin der Tellkampfschule, Katharina Badenhop, die die pädagogischen Möglichkeiten ökologischer Unterrichtsarbeit im Landheim darstellte: von Bodenpraktika über Laborarbeit bis zu Kochkursen und Ernährungslehre. Badenhop: „Es geht um Tradition und Zukunftsorientierung. Die Visionen und der Idealismus der Reformpädagogik von vor 90 Jahren gehen weiter.“

Auch das Landheimteam blickt optimistisch in die Zukunft. „Dennoch müssen wir ganz genau rechnen und auf die Finanzen aufpassen“, warnte Martin Werner, dem aber auch Heinrich Freimann attestierte: „Sie gehen den richtigen Weg.“

Die nächste große Vision ist schon ins Auge gefasst. „In den nächsten zehn Jahren soll das Haupthaus energetisch saniert werden“, kündigte Paul Simons an. Das werde rund eine halbe Million Euro kosten.



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