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Springer Tafel versorgt weniger Kunden

SPRINGE. Es waren erstmals nur Zahlen die der Vorsitzende der Springer Tafel, Uwe Lampe, während der Mitgliederversammlung im DRK-Haus auf den Tisch legte. Der Kundenrückgang an der Ausgabestelle der Springer Tafel an der Jägerallee sei schon alarmierend, so Lampe.

Der Tafelvorstand: Hans-Peter Becker (von links), Reinhard Wolff, Anke Albert, Uwe Lampe, Ulrich Schmidt. FOTO: KRAUSE

Autor:

REINHOLD KRAUSE

5617 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 15 500 Personen, davon 8064 Kinder und Jugendliche, verzeichneten die Ehrenamtlichen für das Jahr 2017. Das sei gegenüber dem 2016 ein Rückgang von 15 Prozent. Personenbezogen bedeutet das umgerechnet sogar ein Minus von 24 Prozent.

2016 konnten noch 172 neue Bedarfsgemeinschaften verzeichnet werden, dagegen nur noch 101 neue im vergangenen Jahr. „Doch woran liegt der Rückgang der Bedarfsberechtigten?“, fragte Lampe in die Runde. Die Erklärungen können vielfältiger Natur sein, am Angebot der Ausgabestelle könne es nicht liegen, da ist er sich sicher: Der Handel in Springe unterstütze die Tafel in großartiger Weise, sodass sie Warenüberangebote und auch Großspenden mit befreundeten Tafeln im Umkreis, aber auch bis nach Bremerhaven, austauschten.

Neid und Missgunst unter den Tafelkunden mit Migrationshintergrund, aber auch Missverständnisse und teilweise Unkenntnis der angebotenen Waren, dürften aber eine Rolle spielen. So werde von einigen der Bedarfsgruppen etwa Knäckebrot nicht akzeptiert, da es in ihren Ländern als Henkersmahlzeit gilt. Während einige der Kunden sich in einem Supermarkt wähnten, fühlen sich andere aufgrund ihrer Sprachschwierigkeiten benachteiligt. Lampe sieht das Problem auch in der Erziehung und Integration der verschiedenen Kulturen und äußerte die Bitte an die Stadt, dass ihre Sozialarbeiter Vorträge und Hilfestellung bei der Auswahl der Lebensmittel leisten sollen.

Die freiwilligen Helfer in der Ausgabe hätten es manchmal schwer, denn sie könnten nicht alle Gepflogenheiten der ausländischen Hilfsbedürftigen kennen. Gerade die Ehrenamtlichen seien es, die für einen kontinuierlichen, reibungslosen Arbeitsablauf innerhalb der Tafel sorgten. 50 bis 60 Ehrenamtliche seien wöchentlich im Einsatz und würden zeitweise von vier Auszubildenden unterstützt.

Digitalisierung, ein Schlagwortwort, welches aus dem heutigen Wortschatz nicht mehr wegzudenken ist, sollte etwas Positives darstellen. Aus Sicht der Tafelverantwortlichen bedeutet Digitalisierung auch Ausgrenzung der Sozialschwachen, die sich nicht dem modernen Fortschritt anpassen können. Ein Digitalisierungsschutzgesetz halten sie für ein probates Mittel, analog dem Datenschutzgesetz.

Zehn Jahre Springer Tafel, ein Jubiläum, das am 7. Juni mit einer Veranstaltung in der Roten Schule begangen werden soll. Neben musikalischen Beiträgen der Musikschule konnte als Festredner Diakoniepastor der Hannoverschen Landeskirche, Rainer Müller-Brandes, gewonnen werden.

Die turnusgemäßen Neuwahlen brachten keine Veränderungen ins Vorstandsgremium. Vorsitzender Uwe Lampe mit seinem Stellvertreter Reinhard Wolff sowie Schatzmeister Hans-Peter Becker leiten weiterhin zusammen mit Ulrich Schmidt als Schriftführer und Anke Albert die Geschicke der Tafel. Friedhelm Hoppe und Wolfgang Siemund wurden in den Beirat gewählt.



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