weather-image
28°

Springer Straßensperrungen verursachen große Umsatzeinbußen

SPRINGE. Es ist ein wenig wie im Gefängnis, scherzt Rakb Sllo vom Preis Paradies 2000. Dabei ist ihm eigentlich gar nicht zum Scherzen zumute: Rosenstraße, Fünfhausenstraße und Friedrichstraße gesperrt. Über Letztere lässt sich der Sonderpostenmarkt zwar noch per Auto erreichen – allerdings nur via Parkplatz.

Ist besorgt: Rakb Sllo steht vor dem Geschäft auf der leeren Fünfhausenstraße neben einem Baustellenlager. FOTO: MISCHER
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Sllo sagt, dass die Einnahmen im Geschäft seit Mittwoch bedenklich eingebrochen seien. „Wenn das noch länger dauert, können wir unsere Kosten bald nicht mehr decken.“

Die schlechte Nachricht: Laut der Informationen, die Sllo von der Stadt erhalten hat, wird der Straßenabschnitt noch bis Ende August per Auto nicht erreichbar sein. Sllo: „Bis dahin sind wir pleite, wenn nichts passiert.“

Immerhin hätten Kunden von außerhalb einen nicht unerheblichen Teil am Umsatz des Preisparadieses – und die kämen jetzt nicht mehr. „Demnächst bekomme ich frische Blumen – und die werden von Kunden gekauft, die die Pflanzen beim Vorbeifahren sehen und dann anhalten und welche mitnehmen“, sagt Sllo.

Derzeit fallen externe Kunden also weg, Stammkunden aus Springe besuchen das Geschäft nur noch zu Fuß. „Wenn das so weitergeht, dann ist das ganz schlimm“, bilanziert Sllo. Und hofft, dass die Stadt erstens eine besser ausgezeichnete Umleitung einrichtet und dass zweitens eine der Zufahrtsstraßen wieder aufgemacht wird, damit Autofahrer das Preisparadies wieder besser ansteuern können. „Ich habe mich bereits am Mittwoch bei der Stadt gemeldet. Dort sagte man mir, dass man erst einmal abwarten wolle, wie sich die Situation weiter entwickelt.“

Große Umsatzeinbußen beklagt auch Katrin Willuhn von der Heißmangel und Wäscherei neben dem Preisparadies. „Ich hatte am Mittwoch einen Kunden, normalerweise kommen 20 oder mehr – ich bin richtig sauer“, bekennt sie. Immerhin sei der Parkplatz nicht ausreichend groß, viele Kunden kämen mit großen Wäschekörben und die könnten nicht durch die halbe Stadt zur Wäscherei getragen werden.

„Außerdem beliefern wir auch Gaststätten und Hoteleinrichtungen mit Wäsche – also benötigen wir selbst eine Zufahrt.“ In jedem Fall müsse sich etwas ändern, „denn die Kunden bleiben weg, das ist geschäftsschädigend“. Sollte die Situation bis Ende August so bleiben, wie derzeit von der Stadt geplant, fürchtet Willuhn gar um die Existenz: „Das geht gar nicht, bis dahin sind wir pleite“.

Sie wünschte sich nun, dass die Stadt zumindest eine Zufahrt zur Wäscherei frei gibt. „Derzeit wird in dem Straßenabschnitt ja noch nicht gebaut – die Arbeiter haben hier nur ein Lager für Baustoffe eingerichtet – das hätte man auch im Bereich des Bahnhofs machen können“, sagt Willuhn.

Die Arbeiten in der Fünfhausenstraße stehen, wie berichtet, im Zusammenhang mit dem Fernwärme-, Kanal- und Straßenbau-Projekt.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare