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Springer schlägt und beißt seine Ehefrau

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

SPRINGE. Er hat seine Ehefrau im Streit geschlagen und gebissen: Ein 52-jähriger Springer musste sich für diese Körperverletzung gestern vor dem Amtsgericht verantworten.

„Es war für mich die Hölle“: Mit diesen Worten beschrieb die 49-Jährige die Angriffe. Als ihr damaliger Mann – die beiden sind inzwischen geschieden – im April vergangenen Jahres von der Arbeit nach Hause kam, grub sie gerade vor dem Mehrfamilienhaus mit einem Spaten Blumen aus. Ihr Mann sei wütend geworden, erinnerte sie sich gestern: Denn die Blumen waren nicht für die eigene gemeinsame Wohnung bestimmt – sondern für die, in der die 49-Jährige inzwischen stattdessen gezogen war. Das hatte den 52-Jährigen womöglich in Rage gebracht.

„Ich war aufgebracht, und es ist mit mir durchgegangen“, räumte der Angeklagte ein. Er habe seine Ex noch im Garten geohrfeigt. Dann habe er sich einen Kaffee kochen wollen und sei ins Erdgeschoss gegangen. Den Spaten seiner Frau habe er an der Terrasse abgestellt. Dieses Gartengerät spielte in der Anklage eine entscheidende Rolle: Die Frau behauptete, er habe ihr die Schaufel an den Kehlkopf gedrückt. Der Angeklagte bestritt das.

Sie sei ihm ins Haus gefolgt und habe eine Rangelei angefangen, erinnerte er sich gestern: Dabei habe er seine Ex aufs Sofa geschubst. Den Spaten habe er nicht mit in die Wohnung genommen: „Ich habe sie aber in die Schulter gebissen“, gab er zu. Zuvor allerdings habe ihn seine Ex an seinen Daumen festgehalten, wohlwissend, dass er damit schmerzhafte Probleme hatte.

Die Ex-Frau schilderte den Verlauf des Streites deutlich dramatischer: Ihr Mann habe sie nach den ersten Schlägen im Garten ins Haus gezogen. Weil sie gerade frisch operiert und schmerzempfindlich war, habe ihn das nicht viel Kraft gekostet. Im Wohnzimmer habe er sie aufs Sofa geschubst und dann den Spaten auf ihren Hals gelegt. Doch der Stiel lag wohl auf der Sofalehne auf und konnte nicht – wie geplant – als Hebel eingesetzt werden, vermutete die Frau. Dann habe er sie mit seinen Händen gewürgt. Da das Opfer aber durch diese Attacke keine Atemnot erlitt und auch der mögliche Einsatz des Spatens nicht zu einer lebensbedrohlichen Handlung geführt habe, wandelte das Gericht die zunächst angeklagte gefährliche Körperverletzung in eine Anklage wegen einfacher Körperverletzung um. „Es ist erschütternd, was im Rahmen einer geschützten Ehe passieren kann“, erklärte jedoch die Strafrichterin.

Das Opfer erlitt Blutergüsse und ließ sich im Krankenhaus behandeln. Zudem sei sie lange Zeit in Therapie gewesen, berichtete die 49-Jährige. Auch ihr Ex-Mann erklärte, sich nach dem Streit in psychologische Behandlung begeben zu haben. Und erklärte, sich bei seiner Frau entschuldigt zu haben. Die Richterin verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 1500 Euro.



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