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Springer sagt Hundekot den Kampf an

SPRINGE. Das stinkt zum Himmel – und das im wahrsten Sinne des Wortes. In der direkten Umgebung der Tivoli Straße mehren sich die Hundekot-Häufchen. Und kaum ein Hundebesitzer fühlt sich verantwortlich, diese zu entfernen. Anwohner Hans-Jürgen Gericke geht in die Offensive – und hat Fahnen in die Häufchen gesteckt.

Mit „Vorsicht“-Fahnen will Anwohner Hans-Jürgen Gericke Spaziergänger warnen – und Hundehalter in die Pflicht nehmen. Foto: Mischer

Autor:

Sandra Hermes und Saskia Helmbrecht

Zum Vorbild hat sich Gericke die Stadt Goslar genommen. Hundehaufen dort sollen künftig mit bunten Fähnchen markiert werden – mit Aufschriften wie „Auf frischer Tat ertappt“ oder „Wie der Haufen, so das Herrchen“. Denn die Stadt musste im vergangenen Jahr etwa eine Tonne Hundekot von den Straßen beseitigen und entsorgen.

In Springe im Bereich „Großer Graben“ und „Grasweg“ sei die Situation ähnlich schlimm, berichtet Gericke. „Ich habe mehrfach Hundehalter angesprochen, den Dreck wegzumachen. Die haben sich allerdings darauf berufen, Hundesteuer zu zahlen“, sagt er verärgert. „Mit der Hundesteuer wird lediglich das private Halten von Hunden besteuert – und hat damit nichts mit der Beseitigung des Hundekots zu tun.“

Gericke hat nicht nur Fahnen organisiert, sondern will auch Hinweisschilder aufstellen. Er kritisiert außerdem, dass auf dem langen Grünstreifen nur ein Mülleimer aufgestellt sei. „Das ist einfach nur ärgerlich, wenn man da spazieren geht“, sagt Gericke. Seit einigen Tagen ist er im Gespräch mit anderen Anwohnern, die sich ebenfalls über die Situation beschweren.

Zwei Bürger wandten sich auch direkt an die Neue Deister-Zeitung, ohne überhaupt zu wissen, wer hinter der Aktion steckt. „Wir finden das großartig“, sagt das Ehepaar, das in der Zeitung namentlich nicht genannt werden möchte. So mache mal jemand aktiv auf die Problematik aufmerksam. Es sei nicht schön, beim Spazierengehen immer nur auf Tretmienen achten zu müssen.

Vor allem aber sei es eine öffentliche Ermahnung an Hundehalter, die es trotz besseren Wissens immer noch versäumen, den Dreck ihrer Vierbeiner wegzuräumen.

Fakt ist: Das Liegenlassen hündischer Hinterlassenschaften ist ein Verstoß gegen das Abfallbeseitigungsgesetz und kann in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 75 Euro geahndet werden.

Immerhin: In Springe sind etwa 1956 Hunde gemeldet.

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