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Springer Politik verändert Vergabe-Regeln für Kita-Plätze

SPRINGE. Die neuen Vergabekriterien für Kita-Plätze sorgen weiter für Diskussionen: Der Sozialausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwochabend nochmal an der Punktevergabe geschraubt, Alleinerziehende und Kinder mit besonderem Erziehungsbedarf besser gestellt.

Der Springer Sozialausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwochabend nochmal an der Punktevergabe für Kita-Plätze geschraubt. Foto: dpa
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Damit folgte die Politik auch einer Forderung der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Lena Rödiger: Die hatte in einer Stellungnahme gefordert, Allererziehende nicht zu benachteiligen, sondern vor „Erschöpfung, sozialer Isolation und Geldsorgen“ zu schützen.

Anfang November hatte die Stadt ihren Vorschlag für das neue Vergabesystem vorgelegt. Fachbereichsleiterin Hanna Kahle betonte im Ausschuss, der Erstellung des Konzepts seien zahlreiche Gespräche mit Kita-Leitungen, Politik und Elternvertretern vorausgegangen. Ein Ziel: Mehr Transparenz – und mehr Vorteile für Berufstätige: So sollen die Länge der Arbeitszeit und die Pendelstrecke zum Job stärker berücksichtigt werden.

Im Sozialausschuss stieß das bisherige Ergebnis durchaus auf Kritik. Wie Rödiger forderte auch Roswitha Prüssing: „Alleinerziehende müssen bevorteilt werden.“ Bei den bisherigen Vergabekriterien stand diese Gruppe auf dem ersten Platz – noch vor Elternpaaren, die beide berufstätig sind. Um sicherzugehen, dass Alleinerziehende in jedem Fall Vorrang haben, segnete der Ausschuss eine Änderung ab: Auch Alleinerziehende, die nur stundenweise arbeiten kommen nun auf mehr Punkte, als berufstätige Elternpaare rechnerisch erreichen können.

Gestärkt hat die Politik auch Familien, deren Kinder einen vom Jugendamt nachgewiesenen besonderen erzieherischen oder sozialpädagogischen Bedarf haben: Sie erhalten nach einem Antrag von Anette Henkels (CDU) fünf Punkte statt einem Punkt. Simone Oertel (SPD) hatte drei Punkte angeregt. Ein Vorstoß von Ursula Schulz-Debor (Grüne) sah gar vor, den betroffenen Kindern außerhalb des Punktesystems einen Platz zu garantieren. Dafür gab es keine Mehrheit. Abgewertet hat der Ausschuss indes den Geschwisterbonus: Wer in der Wunschkita schon ein Kind hat, bekommt nur drei statt der geplanten fünf Punkte.

Verbindlich verabschieden soll der Verwaltungsausschuss die Kriterien am 4. Dezember: Die Runde trifft sich als einziges Ratsgremium unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die neuen Regeln sollen dann erstmals bei den Anmeldungen für das Kita-Jahr 2019/2020 angewendet werden. Eine zentrale Neuerung ist, dass Eltern in der ersten Vergaberunde ab Januar nur noch einen Kita-Wunsch angeben können anstatt drei. Wer beim ersten Versuch leer ausgeht, soll es im Mai erneut versuchen können.

Update: Wir haben in der Überschrift aus "verbessert" "verändert" gemacht, weil es eine neutralere Formulierung ist.



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