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Springer kämpfen um ihr Schild

Springe. Für manche ist es nur ein Überbleibsel von anno dazumal mit verblasster Farbe – für andere weitaus mehr als das. Bürger setzen sich für den Erhalt des Schildes an der Berliner Straße ein. Die Verwaltung möchte es abmontieren, weil erstens die Farbe verblasst ist, weil das Schild zweitens kein offizielles Verkehrszeichen ist – und weil drittens die Berliner Straße an der Ecke Bernauer Straße kein großes Risiko für Kinder darstelle.

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Das sieht Achim Böder anders. Er fährt jeden Tag mindestens einmal mit dem Auto an dem Schild vorbei – seit Jahren. „In den Achtzigern, als meine beiden Söhne klein waren, da stand das Schild schon.“ Für ihn ist das Verkehrszeichen deshalb mit guten Erinnerungen verbunden: Anfang der 80er kam er mit den Söhnen regelmäßig auf dem Schulweg an dem Mädchen auf dem Schild vorbei. Dass es abgebaut werden könnte, hört er gar nicht gern. „So ein Schild gibt es ja nicht oft“. Besonders gefällt ihm der Atomkraft-Nein-Danke-Aufkleber (Anti-Atom-Sonne), der mittlerweile ausgebleicht ist – und wie ein Ball aussieht. Eine Erinnerung an die 80er, die vom Weiten aussieht, wie ein Ball, hinter dem das Mädchen herrennt. Proteste gegen Atomkraft gehörte in den 80ern zum Alltag, Frauenfußball noch nicht.

Abgesehen davon hält Böder das Schild an der Stelle durchaus für sinnvoll: „Die Kreuzung ist schlecht einsehbar – viele Kinder nutzen sie als Schulweg.“ Er hofft „sehr, dass die Verwaltung sich entschließen kann, es stehen zu lassen.“ Falls es wirklich abmontiert würde, wünscht sich Böder, dass es nicht weggeschmissen wird. „Es könnte einen würdigen Platz auf meiner viel genutzten Hofeinfahrt finden“, sagt er.

Kritik an der Einschätzung der Stadt äußert auch Georg Friedrich. Besondere Sympathien für das Schild hege er zwar nicht, widerspricht aber der Einschätzung der Stadt, dass die Kreuzung nicht gefährlich sei – besonders für Schüler. Friedrich wohnt vis-à-vis zum Schild in der Berliner Straße. „Ich beobachte jeden Morgen und nach Schulschluss, wie sich Schüler da in gefährliche Situationen begeben“, sagt er. Seiner Meinung nach ist die Kreuzung deshalb „eine gewaltige Gefahrenstelle“. Die Stadt hatte unter anderem argumentiert, dass im Bereich des Schildes Tempo 30 gelte, weshalb das Schild überflüüsig sei. „Daran hält sich fast niemand“, argumentiert der Anwohner.

Das Mädchen mit dem roten Rock geriet in den Fokus der Verwaltung, weil eine Bürgerin in einer Ausschusssitzung gefragt hatte, weshalb die Farbe verblasst sei. Nachforschungen hatten ergeben, dass das Schild eigentlich längst weg sein sollte – aber vergessen wurde. Das soll bei nächster Gelegenheit ändern – an der Stelle könnte stattdessen eine Holzfigur aufgestellt werden, die zur Obacht mahnt.rtm



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