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Springer im Trabanten-Bann

SPRINGE Die Beobachtungsbedingungen waren erst spät ideal: Optimale Sicht auf den Mond gab’s weit nach 22 Uhr. Feinstes Sommerwetter aber die ganze Zeit. Sternengucker mussten sich nur aus dem Sofa herausbequemen und auf Hügel kraxeln, oder auf ganz plattes Land. Wir haben mit einigen Blutmond-Guckern gesprochen.

Andreas Zirke gelang diese Montage. Sie zeigt, wie der Mond über Völksen aus dem Schatten der Erde austritt. MONTAGE: ZIRKE

Autor:

REINHOLD KRAUSE UND RALF T. MISCHER

Der Völksener Astronom Andreas Zirke hatte seine Kameras am Ziegeleiweg in Völksen aufgebaut. „Am Anfang sah es ja nicht so gut aus, aber gegen 23 Uhr konnte man den Mond dann am Himmel erkennen“, sagt er. Während der Zeit haben sich viele Völksener, berichtet Zirke, am ganzen Ziegeleiweg eingefunden: zum Fotografieren, Picknicken oder nur zum Beobachten der Mondfinsternis. Der Standort war eben gut und das sprach sich rasch herum. „Die Stimmung war durchweg gut“, sagt Zirke. Mit seiner Profi-Ausrüstung konnte er gleich mehrere Himmels-Highlight vor die Linse bekommen. Neben der Mondfinsternis waren das auch gleich einige Aufnahmen des Mars und der untergehenden Venus sowie Fotos von Jupiter und Saturn. – und dann konnte er auch noch einen Überflug der Internationalen Raumstation beobachten. „Für mich war die Beobachtung mit dem Feldstecher beim Austritt aus dem Erdschatten das Highlight. Ein unvergesslicher Moment mit dem Farbspiel vom Mond“, freut sich der Völksener.


Auf den Hügeln Mogans, einer 19 783-Einwohner-Gemeinde auf der Kanareninsel Grand Canaria, ist die Sicht auf die Sterne besonders gut. Klaus Petersen hatte dort oben sein Teleskop aufgebaut, um den besten Blick auf die Mondfinsternis zu haben. Der ehemalige Chef der Niederntor-Apotheke hat recht beeindruckende Bilder vom Mond gemacht, auf denen zu sehen ist, wie der Schatten der Erde langsam über die Oberfläche des Erdtrabanten wandert.


Der Mond ist wasserscheu. Anstatt sich in den Fluten des Bennigser Freibades zu spiegeln, zog er es vor, in einer dicken Dunstwolke zu baden. Damit war das Hightlight der Mondfinsternis beim Nachtschwimmen schon zu Ende ehe es angefangen hatte: Als der Blick auf den Mond gegen 23 Uhr optimal wurde, machte das Freibad dicht.

Neben der Sicht fehlte es auch an Parkplätzen rund um das Bennigser Freibad. Auch Tische und Stühle der Ruhezonen im Freibadgelände waren bis auf den letzten Platz belegt. Lautes, fröhliches Kindergeschrei hallte weit über die Wasserfläche des großen Schwimmbeckens. Freibadchefin Martina Riemer zeigte sich entspannt, denn 1100 Besucher hatten an diesem Tag bis zum Beginn des Nachtschwimmens um 20 Uhr, das Schwimmbad aufgesucht. Doch der Besucherstrom riss nicht ab. Marianne Hellenthal hatte an der Kasse alle Hände voll zu tun, das Eintrittsgeld zu kassieren. Am Ende der Veranstaltung konnte Riemer rund 1250 Badegäste in den Büchern verzeichnen. „Früher hatten wir in jedem Monat, wo das Freibad geöffnet war, ein Nachtschwimmen bis 23 Uhr gehabt“ so Riemer. „Doch in den letzten beiden Jahren hat uns das Wetter schlecht in die Karten gespielt, Bennigsen ist bei schwersten Regenfällen förmlich abgesoffen“ ergänzte sie.

Umso mehr erfreut sie in diesem Jahr, dass die Wiederbelebung des Nachtschwimmens, so einen riesigen Zuspruch erfahren hat. Unumwunden geben die Verantwortlichen auch zu, dass die heißen Sommertage mit schuld an dem Besucheransturm sind. Riesige aufgeblasene Reifen, Schwimmmatten oder sogenannte Nudeln, ganze Pulks von jugendlichen Wasserratten hatten sich darum versammelt und versuchten sie zu erobern. Wartezeiten bildeten sich an den Sprungtürmen, denn hin und wieder versuchten die Springer mit einer Arschbombe das Wasser, wie aus einem Vulkan, in die Höhe zu katapultieren. Kinder machten auf den Startblöcken ihre ersten Sprungversuche und ganze Klicken hatten sich für einen schönen Sommerabend am Rand des Beckens niedergelassen in der Hoffnung, die angekündigte Mondfinsternis verfolgen zu können. Doch der Mond ließ sich, nicht blicken und badete statt dessen in einer dicken Dunstwolke am südöstlichen Firmament.

Erst am späten Abend, nachdem sich die Finsternis ihrem Ende näherte, konnte man die schemenhafte wiedererhellende Aura des Mondes sehen.



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