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Springe: Was passiert am Petersschen Haus?

SPRINGE. Es ist auf den meisten Springer Postkarten zu sehen und fehlt bei keiner Stadtführung: Das „Haus Peters“ am Marktplatz. Das älteste Gebäude der Stadt ist zur Zeit eingerüstet.

Macht Probeaufstriche mit Erd- und Mineralfarben: Karl-Heinz Fischbeck gehörte zu Deutschlands ersten geprüften Restauratoren.  Foto: Scheffler
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Auch vor 33 Jahren stand er hier auf dem Gerüst und verteilte mit seinem Pinsel goldene Pigmente: Malermeister Karl-Heinz Fischbeck war schon bei der Restaurierung des Petersschen Hauses in den 80er Jahren dabei. Zusammen mit dem heutigen Architektur-Professor Bernd Sammann der Uni Hildesheim machte er sich damals Gedanken, wie die Farben nach historischem Vorbild gemischt und aufgetragen werden müssen.

„Am Ende haben wir den niedersächsischen Denkmalspreis gewonnen“, erinnert sich der 78-jährige Fischbeck. Auch Wissenschaftsminister Johann-Tönjes Cassens habe Springe einen Besuch abgestattet, das Projekt als herausragend gelobt und Fördermittel bewilligt. Fischbeck gehörte nach eigener Auskunft in den 80ern zu den ersten staatlich geprüften Restauratoren Deutschlands und betrachtete mit Sorge, wie zum Beispiel in Hameln Baudenkmäler durch falsches Sanieren zerstört worden seien.

Der neue Eigentümer des Petersschen Hauses setzt wieder auf das Gespann Sammann-Fischbeck. Der Springer Maler hat die Bauleitung übernommen. In der vorigen Woche wurde das imposante Fachwerkhaus eingerüstet. Die prunkvollen Ornamente müssen neu gefasst und die Antiqua-Buchstaben vergoldet werden, auch die jahrhundertealten Holzbalken und Ausfachungen brauchen einen neuen Anstrich. Die Fensterrahmen ebenso. Zweieinhalb Monate werde er  brauchen, schätzt Fischbeck. Unterstützt wird er zeitweise von einem Maurer, einem Tischler und einem Zimmermann.

Was Fischbeck dem neuen Eigentümer hoch anrechnet: Dieser stemme das Projekt ohne staatliche Zuschüsse. „Fördermittel gibt es derzeit für den Bereich überhaupt nicht“, so Fischbeck. Auch ihm liege das alte Denkmal am Herzen. „Ich mache das, weil ich möchte. Nicht, weil ich muss“, entgegnet er den zahlreichen Passanten, die ihn täglich bemitleidend fragen, warum er bei der Hitze und in seinem Alter stundenlang auf dem Gerüst stehen müsse.

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