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Springe: Warum Julia Feldner eine Selbsthilfegruppe betreibt

SPRINGE. Mit sieben Jahren bekam die heute 42-Jährige die Diagnose, dass sie an Leukämie leidet. Eine Chemotherapie war unvermeidlich. Es sollte nicht die einzige Behandlung bleiben, denn der Krebs kehrte zwei Mal zurück. Heute ist Julia Feldner geheilt – aber sie leidet unter den Nachwirkungen der Chemotherapien

Glückwunsch: Bürgermeister Christian Springfeld überreicht Julia Feldner die Ehrenamtskarte der Region. FOTO: MISCHER
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Für ihr Engagement in einer Selbsthilfegruppe bekam die Springerin jetzt die Ehrenamtskarte.

„Das Thema ist in der Öffentlichkeit gar nicht angekommen“, sagt sie über die Chemo-Spätfolgen – das sind unter anderem Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten aber auch posttraumatische Belastungsstörungen, die Panik vor jedem Arztbesuch verursachen können. „Als Kind erfährt man solch eine Behandlung ganz anders“, weiß die Springerin aus eigener Erfahrung. Sie selbst leidet seit der Chemo-Behandlung zudem an einem Herzfehler.

Und hat deshalb gemeinsam mit einer Mitstreiterin aus Osnabrück eine Selbsthilfegruppe für Erwachsene nach einer Krebserkrankung im Kindesalter gegründet – Name: „Kranich“, das steht für „Kinder Krebs Anschluss-Nachsorge+Ich“.

Für die Gruppe organisiert sie Treffen in ganz Niedersachsen, programmiert gerade eine Internetseite mit Informationen und besucht Tagungen. Alles ehrenamtlich. „Das Ausmaß der Spätfolgen ist weitgehend unbekannt“, sagt Feldner zu ihrer Motivation. Das möchte sie durch ihre Arbeit ändern: „Ich möchte meine Erfahrungen weitergeben.“

Als erste Springerin seit dem Jahr 2014 hat Feldner die Ehrenamtskarte beantragt. Nicht nur zur Freude von Bürgermeister Christian Springfeld, der ihr als Anerkennung für ihre Arbeit für das Gemeinwohl das Dokument jetzt überreicht hat.

Springfeld würde sich freuen, wenn sich noch mehr Engagierte um die Ehrenamtskarte bemühen. „Das ist eine gute Möglichkeit, ehrenamtlich Aktiven ein wenig Anerkennung für ihre Arbeit zurückzugeben“, bilanziert der Bürgermeister.



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