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Delegation des polnischen Partnerlandkreises zu Gast / Appell an Jugend und Vereine

Springe und Militsch rücken enger zusammen

Springe (ric). Für eine gemeinsame Zukunft, gegen das Vergessen: Eine polnische Delegation hat gestern bei ihrem Besuch in Springe den Wunsch nach einer stärkeren Vernetzung der Gemeinden bekräftigt. Der Landrat des niederschlesischen Kreises Milicki, Piotr Lech, setzt seine Hoffnung auf die Jugend und den Austausch von Sportvereinen aus Springe und der Partnerstadt Militsch.

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„Die Geschichte muss sich neu definieren, auch wenn man die Vertreibung nicht rückgängig machen kann“, sagte Lech, der zusammen mit Kreissekretär Adam Alexsandrowicz, Vorstandsmitglied Marek Warkocz und zwei weiteren Gästen am feierlichen Empfang im Museum auf dem Burghof teilgenommen hatte. Zahlreiche Ratsmitglieder, Vertreter des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) und Mitglieder des Museumsvereins hatten sich zusammengefunden, um die freundschaftlichen Verbindungen zu den polnischen Nachbarn zu demonstrieren.

„Unsere Stadt freut sich über das Interesse, zukünftige Begegnungen von Menschen in einem zusammenrückenden Europa zu stärken“, sagte Springes Bürgermeister Jörg-Roger Hische. Nicht nur für den Verwaltungschef von zentraler Bedeutung: Jugendaustausch pflegen, den Kontakt von Sportvereinen und Mannschaften miteinander ausbauen. „Wer Interesse hat, kann mich anrufen, wir vermitteln die Adressen“, sagte Hische.

„Die Jugend muss zueinander finden“

Ernst Heyder, der gemeinsam mit Hans Joachim Nitschke von der Heimatkreisgesellschaft angereist war, drückte seine Freude über den seit mehr als 15 Jahren gepflegten Jugendaustausch aus. „Inzwischen sind über 250 OHG-Schüler in Militsch gewesen – ich hoffe, dass dieser Besuch dafür sorgt, dass der Austausch noch größer wird.“ Schließlich würden diejenigen alt, die sich an die Vertreibung nach den Zweiten Weltkrieg erinnern. „Die Jugend muss zueinander finden.“

Museumsmitarbeiterin Sabine Bredow zeigte Bilder der Ausstellung „Flucht, Vertreibung, Neuanfang“, die sich mit dem Schicksalen der Menschen ab 1945 beschäftigte. Mit 1100 Besuchern in nur fünf Wochen sei die Ausstellung ein großer Erfolg und ein „Ort der Kommunikation“ gewesen, sagte die Diplom-Kulturpädagogin. Sie sei froh, dass sich auch ein Projekt in Militsch dem Thema widme.

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