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Springe: Polizeiauto mit Eiern beworfen

SPRINGE. Er wollte „einen Streich machen“ – am Ende war es ein krimineller Streifzug: Bewaffnet mit Eiern und Lackfarbe ging der 18-Jährige zur Polizei. Erst pfefferte er die Eier gegen Autos, dann begann er zu sprühen. Nach der langen Nacht prangten Beleidigungen an mehreren öffentlichen Gebäuden, auch am Amtsgericht.

„Scheiß Cops“: Der Schriftzug an einem Durchgang am Oberntor ist ein Jahr nach dem Vorfall noch zu sehen. FOTO: SCHEFFLER
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Dort musste sich der jetzige Kfz-Techniker am Donnerstag für seine Taten verantworten. Zu seinen wenig geistreichen Schriftzügen gehörten unter anderem „Nutte“, „Scheiß Cops“ und der Tack einer Mafia-Gang. „Ich war etwas sauer auf alles, was mit dem Gesetz zu tun hat“, erklärte der Angeklagte. Mittlerweile sei er schlauer: „Ich bin zu weit gegangen. Das tut mir leid.“

In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai vergangenen Jahres habe er sich mit einem Kumpel getroffen und die Eier und eine Sprühdose eingepackt. Der erste Halt war an der Polizeiwache: Der damals 18-Jährige bewarf einen zivilen Streifenwagen und das Privatauto einer Polizistin. Die Eierschalen hinterließen Kratzer. Schaden: 550 Euro.

Das Polizeiauto wurde rot besprüht. Dann ging es weiter zur Berufsschule, zur Jugendhilfe-Station (damals noch in der „Weißen Schule“), zum Durchgang vom Echternstraßen-Parkplatz zum Oberntor – wo das Graffiti bis heute zu sehen ist - und zum Amtsgericht. „Ich habe mir nichts dabei gedacht“, meinte der Angeklagte etwas ungelenk.

Auch der Vertreter der Jugendgerichtshilfe bescheinigte ihm „eine gewisse Selbstgefälligkeit“. Dem Heranwachsenden seien zu selten Konsequenzen aufgezeigt worden. Die Familie des Syrers war geflüchtet, als er ein Jahr alt war. In Deutschland angekommen, starb der Vater bei einem Autounfall.

Einen doppelten Eintrag wegen „Beleidigung“ hat der junge Mann bereits. Wegen eines Einbruchs in einen Kiosk und eine Apotheke muss er demnächst wieder vor Gericht erscheinen. Er wolle sich endlich ändern, sich nicht mehr von den falschen Leuten leiten lassen, beteuerte der geständige Auszubildende. Er wurde nach Jugendrecht verurteilt. Ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro zahlt er bereits ab, jetzt muss er außerdem 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der Springer nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

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