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Rat muss vermutlich bald über Wiedereinführung der alten Kfz-Kennzeichen entscheiden

SPRinge grüßt auf dem Nummernschild

Springe (mf). Die Rückkehr zum alten Springe-Nummernschild SPR rückt in greifbare Nähe. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will schon im September einen Gesetzentwurf vorlegen, der den Städten und Gemeinden die Wiedereinführung abgeschaffter Kfz-Kennzeichen ermöglicht.

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Mehr noch: Gemeinden, die früher kein eigenes Kennzeichen hatten, sollen eine frei wählbare Buchstaben-Kombination beantragen können. Das Nummernschild könne so zu einer „lokalpatriotischen“ Botschaft werden, heißt es in Berlin. Kennzeichen seien für viele Menschen auch Ausdruck von Heimatverbundenheit und Identifikation.

Das Vorhaben Ramsauers muss jedoch noch den Bundesrat passieren, wie Ministeriumssprecher Stefan Ewert gegenüber der NDZ erklärte. Nach seinen Angaben soll kein Bürger zum Wechsel von H auf SPR gezwungen werden. „Es handelt sich um eine zusätzliche Option zum persönlichen Wunschkennzeichen.“

Allerdings gibt es noch einen Haken: Laut Ewert soll es ins Ermessen der jeweiligen Zulassungsbehörde gestellt werden, ob sie den Gemeinden grünes Licht gibt. „Im Fall Springes hinge es also davon ab, wie viel Lobbyarbeit die Stadt bei der Region Hannover leistet“, sagt der Sprecher der Bundesbehörde.

„Ich sehe das ganz locker – warum sollten wir das nicht zulassen?“, erwidert Bodo Messerschmidt als Vorsitzender der Regionsversammlung – selbst aber bekennender Anhänger des gemeinsamen H-Kennzeichens. Und das, obwohl er in Neustadt am Rübenberge wohnt, wo bis zur Gebietsreform ein NRÜ an den Autos prangte. Das H stehe aber nun mal für das Zusammenwachsen als Region, so Messerschmidt.

Für Bürgermeister Jörg-Roger Hische wäre die Wiedergeburt des SPR „ein bisschen Rückfall in die Kleinstaaterei“. Er werde einer Umsetzung aber nicht im Wege stehen, wenn es dafür eine politische Mehrheit im Springer Rat gibt.

Freudensprünge macht hingegen Stadtmanagerin Anike Fritz. SPR am Auto könne den Bekanntheitsgrad Springes steigern und die touristischen Vermarktungschancen erhöhen, ist sie überzeugt. „Ich würde jedenfalls sofort mein Auto ummelden.“

Auch SPD-Fraktionschefin Katrin Kreipe kann dem SPR einiges abgewinnen: „Ein Bekenntnis zur Heimat und ein kleiner Trost für die Verluste infolge der Gebietsreform.“ Auf langen Autobahnfahrten könnte man sich zudem mit dem Erraten von Kennzeichen die Zeit vertreiben. „Und man käme unterwegs schnell in Kontakt zu anderen Menschen, wenn man sie auf ihr Nummerschild anspricht“, ergänzt sie schmunzelnd.

Kreipe und ihrem Ratskollegen Friedrich Woltmann, ist aber wichtig, dass weder der Stadt noch den Autobesitzern hohe Mehrkosten entstehen. „Dann jedoch wäre die Sache für uns sicher nicht verkehrt“, glaubt der CDU-Politiker. Er könne sich noch sehr gut daran erinnern, wie sein Vater in den Siebzigern erstmals mit einem H-Kennzeichen vorgefahren sei. „Das fand ich damals ganz blöd, dafür hatte ich gar kein Verständnis.“



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