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Springe: Der erste Maikäfer ist da - was Sie über die Tierchen wissen sollten

Der Mai ist im Anflug: NDZ-Leser Karlheinz Altmann hat in der Springer Fußgängerzone einen der ersten Maikäfer des Jahres gefunden - und im Foto festgehalten. Südhessen und Nordbaden stellen sich auf eine Maikäfer-Plage ein, in Springe dürfte es ruhig bleiben. Zeit für lustige Fakten über den gefräßigen Brummer.

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Der Maikäfer von Karlheinz Altmann wirkte noch etwas träge. Kein Wunder, meint er: Der kleine braune Brummer schien gesund zu sein, es war zu der Uhrzeit aber noch etwas frisch.

Der am weitesten verbreitete Maikäfer Mitteleuropas ist laut Wikipedia der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha). Im nördlichen und östlichen Europa sowie in einigen Regionen Deutschlands kommt der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) auf sandigen Böden vor. Eine dritte, dem Feldmaikäfer sehr ähnliche Art ist Melolontha pectoralis. Sie ist sehr selten geworden und nur noch vereinzelt in Mitteleuropa anzutreffen.

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Das Männchen stirbt nach der Begattung

Das Leben des „echten“ Maikäfers ist kurz, das der Engerlinge dagegen vergleichsweise lang. Nach der Metamorphose gräbt sich der Käfer – der Name sagt es ja schon – in den Monaten April und Mai aus dem Erdboden. Hauptflugzeit ist im Mai und Juni. Die Lieblingsspeise des Käfers sind Blätter von Laubbäumen. Nach vier bis sieben Wochen ist der Spaß vorbei: Das Männchen stirbt nach der Begattung, das Weibchen nach der Eiablage.

Die frischgeschlüpften Engerlinge benötigen allerdings vier Jahre, bis sie eine vollständige Metamorphose zum geschlechtsreifen Tier durchgemacht haben. Es gibt deshalb immer Jahre, in denen besonders viele Maikäfer auftreten und andere, in denen es kaum summt und brummt. In den Hauptjahren können die Käfer zur echten Plage werden.

1951: Eine Milliarde Tiere in Wien gesammelt

„Durch die Entnahme von Bodenproben wissen die Experten, dass im Frühjahr 2022 in Südhessen und in Nordbaden ein Maikäferjahr ansteht“, informiert die Plattform www.wetter.de. Problematisch ist nicht nur das, was man am Himmel sieht: Die Engerlinge richten im Boden enormen Schaden an, weil sie alle Pflanzenwurzeln abknabbern.

Die Seite www.wetter.de hat einige Fun-Facts über den Maikäfer zusammengetragen. Hätten Sie‘s gewusst?

Während des Massenfluges kann es nötig werden, kurzfristig Straßen zu sperren.

Laut Naturschutzbund (Nabu) gab es in Wien 1951 eine so krasse Plage, dass eine Milliarde Tiere gesammelt wurden, aus denen die städtische Tierkörperverwertungsanstalt tonnenweise eiweißhaltiges Maikäfermehl herstellte. Die proteinhaltige Kost ging zur Verfütterung an Hühner und Schweine.

Stichwort Proteine: Maikäfer und ihre Larven werden von vielen Vögeln wie Krähen und Möwen verspeist, auch Fledermäuse greifen gerne zu. Unter der Erde geht es den Engerlingen durch Dachse, Maulwürfe, Igel, Spitzmäuse und Wildschweine an den Kragen. Auch für Menschen sind die Käfer durchaus genießbar. Es gibt Rezepte mit Maikäfern als Zutat.

In den 1950er Jahren bis hinein in die 1970er Jahre trachtete man dem Käfer mit Insektiziden nach dem Leben. Hubschrauber flogen über Felder und versprühten DDT. Das Verbot dieses Killers rettete den Käfer dann wohl vor dem Aussterben.




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