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Springe als Besuchermagnet

In dieser Reihe sieht die Kernstadt gut aus: Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover und dem Besuchermagnet Steinhuder Meer soll sie im neuen Raumordnungsprogramm der Region als speziell ausgewiesenes Tourismusgebiet gelten.

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VON CHRISTIAN ZETT

SPRINGE. In dieser Reihe sieht die Kernstadt gut aus: Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover und dem Besuchermagnet Steinhuder Meer soll sie im neuen Raumordnungsprogramm der Region als speziell ausgewiesenes Tourismusgebiet gelten. Die Region will dadurch die Entwicklung und Planung steuern, Voraussetzungen für die Naherholung stärken, Akteure vernetzen. Bei der Stadt weiß man noch nicht so recht etwas anzufangen mit dem Titel.

Wie so oft hat das Etikett einen sperrigen Namen. „Standort besondere Entwicklungsaufgabe Tourismus“ nennt sich das, was Springes Kernstadt bald sein soll. Aus Sicht der Region ist die Einstufung langfristig angelegt. „Das Ziel ist, Springes Vorzüge zu sichern und zu entwickeln“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. So komme man einfacher an Fördermittel für Tourismusprojekte; aber auch für den Nahverkehr. Gleichzeitig gehe die Neuerung mit Pflichten einher: „Die Stadt darf nichts tun, was der Sache entgegenstehen könnte“, sagt Abelmann. Es gelte etwa, die Natur wie etwa den Deister „vor Einflüssen wie der Ansiedlung von Schwerindustrie zu schützen“.

Bei der Stadt ist man bislang skeptisch – bei all der Ehre. „Das bringt uns keine Vor- und keine Nachteile“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Naherholungsgebiete wie Deister und Saupark „bleiben ja bestehen - ob mit oder ohne Tourismusgebiet“. Die Frage ist für ihn: „Wo würden wir tatsächlich etwas machen“, das Fördergelder nach Springe spülen würde? Ambitionen, Touristen anzuziehen, wie es Hannover oder das Steinhuder Meer schaffen, hat man in Springe nicht. „Ich habe nichts gegen Naherholung oder ein Tagungshotel. Aber wir sind hier nicht an der Nordsee“, sagt Springfeld.

Dabei ist der Tourismus-Titel ziemlich begehrt: Auch Barsinghausen forderte ihn für sich – die Region winkte ab: Der Verweis auf Kulturgüter wie Zechenpark, Halde oder Bergbau-Museum reiche nicht aus. Es gelte, einen „klar definierten Kriterienkatalog“ zu erfüllen – und das schaffte bis auf die Gemeinden am Steinhuder Meer und Hannover eben nur Springe.

Ein wichtiger Faktor dabei ist einer, der sonst im Springer Alltag kaum auftaucht: die Anerkennung der Stadt als staatlich anerkannter Ausflugsort. Dies unterstreiche „die besondere Erholungs- und Tourismusfunktion eines Standortes“, sagt die Region.

Als touristische Infrastruktur mit regionaler Bedeutung (Kriterium 2) rechnet die Region der Kernstadt das Jagdschloss und den Saupark, aber auch das Wisentgehege, das Skigebiet im Deister, die historische Altstadt, die Ausflugslokale sowie die vier Museen (Jagdschloss, Burghof, Apfelbaum und Fußball). Auch die „hohe wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus“ sei gegeben: Schließlich zählten die Statistiker zwischen 2009 und 2012 145 000 Übernachtungen im Jahr. Dass davon viele Bildungsschüler und weniger Touristen sein dürften, spielt in diesem Fall keine Rolle. Allein in der Kernstadt gebe es demnach acht Hotels, zwei Pensionen und 55 Ferienwohnungen - „eine überdurchschnittliche Zahl an Übernachtungsmöglichkeiten“. Springes Einstufung als Mittelzentrum, die landschaftliche Lage zwischen Großem und Kleinem Deister, die Anbindung an Radwegenetze wie dem Deisterkreisel und gute Erreichbarkeit per Nahverkehr (Bus und S-Bahn) sind weitere Punkte, die Springe erfüllt – und erhält somit die Einstufung der Region.

Wie schwer man sich bei der Stadt in Sachen Tourismus tut, zeigt ein Blick auf die Tourist-Info: Die ist wegen Personalmangels seit vielen Wochen geschlossen - wann es weitergeht, steht in den Sternen. Ein Punkt, den man bei der Region kritisch betrachtet: Entwickeln kann sich der Tourismus so wohl kaum.



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