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Sportring rückt deutlich von der Sportstättengebühr ab

SPRINGE. Hat der Sportring seinen Segen gegeben für die bis heute so umstrittene Sportstättenmiete? Nein, sagt der Vorsitzende Tobias Berger: Man habe zur erneuten Einführung kein Stimmrecht gehabt – und stand unter Druck: „Dem Sportring wurde die Pistole auf die Brust gesetzt.“

Geld für Sport? Das wollen sich viele heimische Vereine – hier die Halle am Schulzentrum Nord – lieber sparen. Die entsprechende Satzung ist umstritten. FOTO: MISCHER
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Wer sich durch E-Mails von Politikern und Vereinsvertretern, aber auch durch offizielle Stellungnahmen der vergangenen Jahre arbeitet, der stößt immer wieder auf diese Aussage: Der Sportring habe damals der Einführung der Gebühren zugestimmt. Zuletzt zitierte die NDZ so Vize-Rathauschef Clemens Gebauer.

Stimmt aber nicht, sagt Berger nun – und geht damit in die Offensive: Die Regelung sei „ein Betonklotz, der den Vereinen und damit dem Ehrenamt ans Bein gebunden wurde“, heißt es in einer Stellungnahme.

Berger löste im Herbst 2016 seinen Vorgänger Klaus Nagel an der Spitze des Verbands ab. Nagel war damals in einer nicht immer einfachen Lage: Denn neben dem Vorsitz des Sportrings saß er schon damals auch im Rat, wo er über die Sportstättengebühr mitentscheiden musste.

Von Nagel sind aus dieser Zeit Aussagen protokolliert, die Bergers Vorstoß stützen: „Wir befürworten die Zahlung nicht. Wir nehmen sie hin“, sagte er damals der NDZ. Aber: Er lobte auch das „faire und transparente Verfahren“ oder den Plan, die Einnahmen in die Hallensanierung zu stecken. Auch ihm sei lieber, wenn die Sportvereine kostenlos trainieren könnten, zitierte die NDZ Nagel: „Man muss aber Realitätssinn beweisen“. Die Haushaltslage sei schwierig, lasse „nicht viel Spielraum für Geschenke. Und: Letztlich habe kein Mitgliedsverein mehr gegenüber dem Sportring-Vorstand „grundsätzliche Kritik am Bezahlsystem“ geäußert. Die Überschrift des Artikels im November 2015: „Sportring stimmt Sport-Miete zu“.

Das sieht Berger anders: Man habe „weder damals noch heute zugestimmt“. Man habe damals am Runden Tisch und auch im Sportausschuss „nur beratend in die Gespräche eingreifen können“: Weder die Mitgliedsvereine noch der Sportring heiße Gebühr, Vergabesystem oder Miethöhe gut.

Auch am damals eigens installierten Runden Tisch habe der Verband mit seinen Vertretern Dieter Röttger (FC Bennigsen) und Wido Rowoldt (TSV Gestorf) keinen Einfluss nehmen können: „Dem Sportring wurde die Pistole auf die Brust gesetzt“ – es sei nie darum gegangen, ob die Gebühr eingeführt werden solle – sondern nur wie: „Jedoch mussten auch hier große Kompromisse in Kauf genommen werden“, so Berger am Freitag. Die Optionen seien gewesen: Zumindest mitreden – oder gar nicht mehr an den Gesprächen teilnehmen. Auch hier kam wieder Nagels Doppelrolle zum Tragen: Er vertrat am Runden Tisch nicht den Sportring – sondern als Ratsherr die FDP.

Röttger habe damals die klare Ansage aus Politik und Verwaltung bekommen, es gehe nicht um das „Ob“ einer Einführung – sondern um das „Wie“. Man habe dann Rückmeldungen aus den eigenen Reihen eingebracht: Mietzeiträume, bürokratischer Aufwand, Rabatte ... Doch zufrieden, so Berger, sei man allenfalls „mit den erreichten Kompromissen zur Ausgestaltung und mit der in Aussicht gestellten Rechtssicherheit“ gewesen. Das Thema sorge auf diese Weise „bis heute für Missstimmungen innerhalb des Sportrings und der Springer Sportvereine“.

Berger kündigt an, gegenüber Politik und Stadt nun für weniger Bürokratie kämpfen zu wollen: Mit einem Antrag für den Sportausschuss will der Sportring erreichen, dass die Hallenvergabe künftig über einen Online-Kalender geregelt wird.

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