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Polizei nimmt an der Echternstraße zwei junge Männer fest / Erschreckte Nachbarn wählen Notruf

Spielzeugwaffe löst Großeinsatz aus

Springe. Dienstag, 20.50 Uhr: So einen Polizei-Einsatz erlebt Springe selten. Schwer bewaffnet riegeln mehrere Beamte ein Fachwerkhaus an der Echternstraße nahe der St.-Andreas-Kirche ab. Die Fahrbahn ist von Streifenwagen blockiert – hier kommt keiner durch. Ausgelöst hatten den Zugriff ein 16- und ein 19-Jähriger, die das Haus mit einer täuschend echten Spielzeugwaffe betreten hatten.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Kurz zuvor hatte sich ein aufgeregter Nachbar über den Notruf 110 gemeldet und „um das schnellstmögliche Erscheinen der Polizei gebeten“, wie Einsatzdienst-Leiter Lutz Fricke gestern mitteilte. Der Zeuge habe die zwei Männer beobachtet, wie sie mit einer Waffe vom Typ Kalaschnikow in das Haus gegangen waren.

Die Beamten mussten mit dem Schlimmsten rechnen – und forderten sofort Verstärkung an. Kräfte aus Ronnenberg und Bad Münder wurden nachalarmiert, das Gebiet um das Gebäude abgesperrt. Posten bezogen auf der Straße Stellung. Aus Sicherheitsgründen habe man zunächst darauf verzichtet, das Hauszu stürmen: „Die Kollegen wussten nicht, was sie dort erwartet“, erklärt Fricke.

Noch während der laufenden Sicherungsmaßnahmen verließen die beiden jungen Männer jedoch das Fachwerkhaus – und wurden sofort von den Einsatzkräften festgenommen. Mit gefesselten Händen wurden die beiden im Streifenwagen zurück zur Wache am Burghof gefahren, wo sich die Situation nach und nach aufklärte: Die beiden Verdächtigen hielten sich mit Einverständnis der Eigentümer in dem Haus auf – und nutzten die Räume zum Spiel mit täuschend echten Waffennachbildungen.

Beamte durchsuchten das Gebäude und stießen auf fünf sogenannte Softair-Waffen – die sie den Männern am Ende des Einsatzes wieder aushändigten. „Alles entspricht den gesetzlichen Regelungen. Diese Nachbildungen werden rechtlich so behandelt wie Spielzeug“, sagt Fricke.

Einige Nachbarn verfolgten das Geschehen am Dienstagabend an der Echternstraße. Ihnen zufolge seien die Männer schon öfter mit den Spielzeugwaffen rund um das Haus beobachtet worden. Dabei hätten sie mitunter auch militärisch anmutende Uniformen getragen.

Beim Spiel „Softair“ werden Spielzeugwaffen und Plastikkugeln verwendet. Meist werden mit der Waffe andere Mitspieler ausgeschaltet; Ziel ist jedoch eigentlich die Eroberung etwa eines Gebäudes oder einer Flagge. Auch geschichtliche Schlachten werden nachgestellt.



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