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Sperrung der B 217 zwischen Wettbergen und Ronnenberg

RONNENBERG. „Die Ferienzeit ist die beste Zeit für Asphaltarbeiten“, sagt Bauleiter Christian Braun. Für ihn steht hinter der Vollsperrung der Bundesstraße 217 zwischen Wettbergen und Ronnenberg ab Montag eine berufliche Herausforderung.

Bei Regen staut sich Nässe auf diesem Teilstück der Bundesstraße 217, das in den Osterferien aufgerissen wird. Foto: HARTKOPF
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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

„Was wir da machen, ist nichts Alltägliches“, ordnet er den Auftrag der Firma Bunte ein.

Er selbst sei erstmals für den Bau einer Schrägverwindung verantwortlich, bei der das Wasser entlang eines exakt vorgegebenen Grats nach links oder nach rechts abfließt. „Das gibt es manchmal auf Autobahnen und auf sehr wenigen Bundesstraßen“, erklärt der Bauingenieur. Seit Monaten bereiten er und seine Kollegen den Auftrag vor.

Künstliches Gefälle auf der ansonsten völlig ebenen Straßenfläche zu erzeugen wurde notwendig, nachdem es dort in den vergangenen zwei Jahren zu zwei schweren Unfällen in Folge von Aquaplaning gekommen war. Davor war die mit 12 000 Fahrzeugen pro Tag viel befahrene Strecke erneuert worden. „Schon ein paar Millimeter können hier den entscheidenden Unterschied gemacht haben; das ist nichts, was man vorhersehen konnte“, nimmt die zuständige Straßenmeisterei in Wennigsen die Baufirma in Schutz.

Um es dieses Mal einwandfrei zu lösen, liegt die Latte handwerklich betrachtet hoch. Zwei üblichere und einfachere Verfahren, Gefälle auf die platte Strecke zu bringen, kamen letztlich nicht in Frage, heißt es vom niedersächsischen Landesamt für Straßenbau. „Sowohl bei Längsgefälle als auch bei einfachem Quergefälle hätten wir eine deutlich längere Strecke bearbeiten müssen. Wir reden jetzt von 150 Metern, andernfalls wären es 800 bis 1000 Meter geworden“, begründet Fachbereichsleiter Fabian Schulze die Entscheidung.

Die Kosten der geplanten Maßnahme vom 10. bis 22. April belaufen sich auf voraussichtlich 250 000 bis 300 000 Euro. Bei ersten Schätzungen war noch von 50 000 Euro die Rede gewesen. „Das erklärt sich aus dem hohen handwerklichen Anspruch“, sagen die Experten.

Durchschnittlich zehn Mitarbeiter sind ab Montag mit hochmodernen Maschinen auf der Baustelle. Haargenau wurde im Vorfeld simuliert, wie das Endergebnis aussehen soll. Die tonnenschwere Asphaltfräse wurde mit einer dreidimensionalen Steuerung versehen. „Wir fräsen ab, bauen eine neue Schicht Asphalt auf und fräsen erneut“, beschreibt Bauleiter Braun den Ablauf. Weil es um Millimeter geht, geschehen die einzelnen Arbeitsgänge langsam.

Dass dabei eine oberflächlich völlig intakte Straße aufzureißen ist, sieht Braun gelassen. „Hier geht es nicht darum, Gutes besser zu machen, sondern eine gefährliche Situation zu entschärfen.“



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