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Sozialverband schließt Beratungsstelle in Springe

SPRINGE. Wer nach Sozial-Beratung sucht, steht vor verschlossenen Türen: Das Büro des Sozialverbandes in Springe ist dicht. Der Mietvertrag wurde bereits im August gekündigt, zum 30. November musste der Sozialverband (SoVD) räumen. Die Mitmieter an der Friedrichstraße wurden aber erst Ende Oktober darüber informiert.

Nur noch der Mieterbund und die Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Hannover bieten nun in diesem Haus Hilfe an. FOTO: MISCHER
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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Fragt man in den Ortsverbänden rund um Springe nach, weiß dort niemand genau, was mit dem Büro in Springe passiert ist. Die stellvertretende SoVD-Landessprecherin Stefanie Jäkel bestätigt aber auf Nachfrage, dass es bereits geschlossen ist. Ein Grund sei, dass kein anderer Ortsverband im Land über ein eigenes Büro verfüge. Dass der Springer Verband sich diesen Luxus geleistet hat, mutmaßt sie, sei darauf zurückzuführen, dass Springe vor der Gebietsreform eine Kreisstadt war.

„Beratung gibt es nach wie vor in unserem Beratungszentrum in Hannover“, erläutert Jäkel. Im Büro in Springe habe der Vorsitzende der Ortsvorsitzende Heinz Flottau eine Vorab-Beratung angeboten, die auch nach wie vor möglich sei. Nur eben nicht mehr in den angemieteten Räumen. Die Sprechstunde des Sozialverbands Springe fand bislang dort immer mittwochs statt.

Alles nur eine Formalie? Für Reinhold Linneweber, Vorsitzender der Prostatakrebs- Selbsthilfegruppe Hannover, keineswegs. Die Organisation hatte die Räume gemeinsam mit dem SoVD sowie dem Mieterbund genutzt. „Ich bin stinksauer“, sagt er jetzt. Schließlich habe der SoVD ihn zunächst überhaupt nicht darüber informiert, dass er sich aus dem gemeinsamen Mietverhältnis zurückziehe. Erst über den Mieterbund habe er davon erfahren, dass sich etwas ändern wird. Die Selbsthilfegruppe und der Mieterbund hatten sich zwar zunächst auf die Suche nach einem neuen Mitnutzer begeben – mittlerweile habe man sich aber darauf geeinigt, die Räume zunächst gemeinsam anzumieten: „Um nach einem dritten Partner Ausschau zu halten, fehlt einfach die Zeit.“

Die Zusammenarbeit der drei Vereine hatte schon fast Tradition – seit 2008 bildeten SoVD, Mieterbund und die Selbsthilfegruppe Prostata eine Gemeinschaft in dem Gebäude an der Friedrichstraße 7. Von einer „Win-Win-Situation“ durch die gemeinsame Einrichtung in Springe sprach damals Randolf Fries, Geschäftsführer des Mieterbunds Hannover. Vieles sei in Eigenarbeit entstanden, sagte damals Heinz Flottau vom Sozialverband. Der engagiert sich seit 19 Jahren in der Sozial- und Rentenberatung – und hat nun kein Büro mehr zur Verfügung. Flottau bedauert auf Anfrage den Beschluss – und betont, dass der Landesverband ihm als Argument für die Schließung gesagt habe, dass die Kosten zu hoch gewesen seien: „Ich habe 27 Jahre lang Ortsvereinsarbeit gemacht – und jetzt das.“



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