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So wird das Fernwärmenetz mit Holz aus dem Deister betrieben

SPRINGE. Stadtwerke und Stadtforst präzisieren ihre Pläne für die Holznutzung zur Energie-Erzeugung für das neue Fernwärmenetz in Springe. Rund 50 Prozent des Holzbedarfs für das neue Heizwerks sollen vom Deister kommen – das sind 2000 Tonnen pro Jahr.

Unter Schnee: Bernd Gallas (von links) steht vor einem Stapel mit Holz, das fürs Fernwärmenetz verwendet werden könnte. Thomas Ogsoka von den Stadtwerken und deren Geschäftsführer Marcus Diekmann würden die 15 bis 40 Zentimeter dicken Stämme vor Ort
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Laut Stadtförster Bernd Gallas wird dafür Holz, das bislang an die Spanplattenindustrie geliefert wird, verwendet. Nur ein kleiner Teil wird dafür zusätzlich aus dem Deister geholt. Das aber hilft laut Gallas dabei, die Überdüngung des Waldes mit Stickstoff zu reduzieren.

Der Stadtforst ist rund 720 Hektar groß – umgerechnet sind das genau 1 008 4034 Fußballfelder. Das ist ziemlich viel Wald. Bewirtschaftet wird der natürlich bereits jetzt. Und wachsen tut er auch: um 7200 Raummeter pro Jahr. 5700 Raummeter benötigt das geplante Holzkraftwerk. Das wären 80 Prozent des jährlichen Zuwachses. Tatsächlich sollen aber nur 50 Prozent dieses Zuwachses für die Stadtwerke verwendet werden.

Zum Verständnis: Würden 100 Prozent des Zuwachses genutzt, bliebe der Wald so stehen wie er ist, aber die Biomasse wüchse eben nicht weiter. Das betrifft nicht nur die Dichte der Bäume, sondern auch die Höhe.

Dennoch wird fürs Heizwerk zusätzliches Holz verwertet – solches, das bisher ungenutzt bleibt: Äste und Kronen, die nach der Ernte bislang liegen bleiben. „Das hilft dabei, die Belastung des Waldes mit Stickstoff zu reduzieren“, sagt Gallas. Und er betont, dass dennoch so viel Totholz liegen bleiben werde, um Insekten und Bio-Organismen als Lebensraum zu dienen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Marcus Diekmann erläutert, wie das Holz im Deister verwertet wird. Das Heizwerk nahe der Industriestraße soll per Lastwagen aus dem Wald mit Hackschnitzeln versorgt werden. Deren Produktion erfolgt direkt im Wald. „Das sorgt für eine gute Klima-Bilanz“, sagt Diekmann. Lediglich die Hälfte des benötigten Holzes wird, so die Pläne, von außerhalb zugekauft.

Insgesamt liefert das Heizwerk zwei Drittel des Energiebedarfs des Fernwärmenetzes. 15 bis 20 Prozent generiert die bestehende Biogasanlage, 15 Prozent produzieren eine Power-To-Heat-Anlage und ein gewöhnlicher Erdgas-Brenner.



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