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So will die BBS den Lehrer-Mangel kompensieren

SPRINGE. In einer Krisensitzung hat die Schulleitung der Berufsbildenden Schulen nach einer Lösung gesucht, wie sie den Lehrermangel zum nächsten Halbjahr auffangen kann.

Michael Krampe (l.) und Jörg Kleinhenn arbeiten gemeinsam an Lösungen.FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Wie berichtet werden fünf Lehrer zum zweiten Halbjahr die BBS verlassen. Ihre befristeten Verträge können nicht verlängert werden, weil den Schulen weniger Geld zur Verfügung steht. Und das hat Konsequenzen: „Wir werden Fachpraxisgruppen und Klassen zusammenlegen müssen“, sagt Schulleiter Michael Krampe. Auch die Lehrer müssten Mehrarbeit leisten. Besonders betroffen ist der Bereich Pflegeassistenz, Sozialpädagogik, Hauswirtschaft oder auch Ernährung. Zum Teil werden die Gruppen größer sein als eigentlich erlaubt. „Anders ist das einfach nicht zu machen“, sagt Abteilungsleiter Jörg Kleinhenn. Es gebe festgelegte Obergrenzen, was die Schüleranzahl pro Gruppe betrifft. Dabei gehe es auch um Sicherheit und Schutz. „Gerade in der Küche verliert man bei zu vielen Schülern den Überblick.“

Besonders bitter: In der BBS treffe es einen Bereich, in dem ohnehin Lehrermangel herrscht, ärgert sich Kleinhenn. Dass die Kooperationspartner im Bereich Pflege nicht glücklich seien, ist ebenfalls klar. „Die Qualität wird sicher nicht besser.“

Die Vorgabe der Landesregierung, die Schulen dürften nur noch einen geringeren Teil von im Vorjahr erzielten Budgetüberschüssen für sich behalten, hat auch der Personalrat der BBS nicht kommentarlos hingenommen. In einem offenen Brief wenden sich die Mitglieder an Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Der Personalrat will erreichen, dass das Land die Kürzungen der Gelder zurücknimmt. Die Lehrer mit befristeten Verträgen, die nun gehen müssen, leisten in Springe 67 Unterrichtsstunden. Dass diese nun, ohne dass sie für ihre Arbeit jemals kritisiert wurden und pädagogisch erfahren seien und sich engagierten, jetzt nicht mehr arbeiten dürften „will und kann keiner verstehen und nachvollziehen“. Von 80 Lehrern wurde der Brief unterschrieben, sagt Krampe.

Eine Reaktion auf das Schreiben habe die Schule nicht erhalten. Trotz der Mehrbelastung habe sich das Kollegium „solidarisch gezeigt“, lobt Krampe. Aber auch unter den Schülern herrsche Unsicherheit. Auch auf sie komme eine enorme Belastung zu, wenn kurz vor den Prüfungen neue Lehrer eingesetzt würden. „Es ist jetzt ganz klar ein Notprogramm für bestimmte Klassen.“ Allerdings ist es auch nur eine Lösung für das nächste Halbjahr. Auf Dauer sei die Mehrbelastung der Lehrer nicht tragbar. Derzeit erstellt Krampe für die 14 Berufsbildenden Schulen in der Region eine Excel-Tabelle, die zeigen soll, wie viel Geld den Einrichtungen am Ende fehlen wird. „Derzeit gehen wir für die 14 Schulen davon aus, dass wir insgesamt über eine Million Euro weniger haben.“ Das Argument des Ministeriums, die Schulen hätten in der Vergangenheit zu wenig Lehrer gehabt und seien nun gut ausgestattet, ziehe nicht, betont Krampe. „Gerade für Kolleginnen, die in Mutterschutz gehen oder Kollegen, die krank sind, brauche ich das Geld, um jemanden einstellen zu können. Wir sind darauf angewiesen.“

Er hofft, dass aufgrund der aktuellen Berichterstattung der Druck landesweit so groß wird, dass die Koalition doch noch über das Thema beraten wird.



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