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So schön war es bei Töpfermarkt und Erdbeermarkt in Springe

Ganz Springe war gefühlt am Wochenende auf den Beinen. In der Innenstadt luden gleich mehrere Veranstaltungen bei bestem Wetter zum Bummeln und Verweilen ein.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Töpfermarkt auf dem Museumshof Springe:

Glasierte Keramik, unbehandelter Ton, oder auch feinstes Porzellan – beim 36. Töpfermarkt auf dem Springer Burghof gab es etliche Kunstwerke zu bewundern – und zu erwerben. Die mehr 30 renommierten Töpferkünstler wurden wie jedes Jahr von einer fachkundigen Jury ausgesucht und kamen aus allen Himmelsrichtungen nach Springe. . Den weitesten Weg hatte wieder Nauris Laivacums hinter sich: Er kommt aus Riga, der Hauptstadt von Lettland, wo er seine wundervoll leuchtenden Schalen aus geschmolzenem Glas und Ostseesand herstellt.

Feinstes Porzellan präsentierte Ingrid Ripke-Bolinius aus Worpswede indes an ihrem Stand. Die Besonderheit: Ihre Werke sind allesamt gedreht, normalerweise wird Porzellan überwiegend gegossen. Stefan Veit aus Osnabrück brachte sogar einen eigenen Brennofen mit, den er mit einer Gasflasche auf 1000 Grad Celsius heizte und darin live in ungefähr zwei Stunden neue Kunstwerke brannte, meist Tierskulpturen.

36. Töpfermarkt auf dem Springer Museumshof

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Quelle: Sebastian Wilk

Dass auch nicht mehr neu zu erfinden geglaubte Gebrauchsgegenstände durchaus eine Renaissance erleben können, zeigte Frauke Schlegelmilch aus Legden. Sie stellt aus Keramik spezielle Salzstreuer her, aber ohne ein Streuloch, jedenfalls nicht auf der Oberseite. Das Loch ist auf der Unterseite und etwas größer als erwartet, dort wird Salz eingefüllt und durch eine gekonnte Schütteltechnik kommt es dort auch wieder heraus.

Jazzfrühschoppen im Rathauspark:

Warum eigentlich wird der Rathauspark so selten für Veranstaltungen genutzt? Schließlich steht er kostenlos zur Verfügung, eine kleine Bühne gibt es seit einigen Jahren auch – und es ist ein schöner Ort zum Feiern. Das zeigte sich auch jetzt wieder. Hunderte strömten bei Sommerwetter zum ersten Jazzfrühschoppen des Springer Ortsrats nach der Corona-Zwangspause, standen und saßen auf der großen Wiese verteilt oder nahmen auf einer der vielen Bänke Platz, die die freiwillige Feuerwehr zur Verfügung gestellt hatte, und genossen kühle Getränke und die Musik der „Coffee House Jazzband“.

„Es ist fast mehr los als wir erwartet hatten“, sagte Oliver Groseck, der für den Ortsrat die Organisation übernommen hatte. Er sei nicht sicher gewesen, wie voll es werden würde nach der Corona-Pause. Es zeigte sich: Die Springer sind offenbar hungrig nach Veranstaltungen. Auch Groseck wünscht sich, dass der Park von den städtischen Vereinen öfter mit Leben gefüllt wird: „Vielleicht konnten wir einen Startschuss geben.“

Jazzfrühschoppen im Springer Rathauspark

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Quelle: Bertram

Erdbeer- und Spargelmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag:

Wer am Sonntag Abwechslung vom Töpfermarkt brauchte, der musste nur wenige Schritte gehen: zum großen Erdbeer- und Spargelmarkt des Werbe- und Informationsrings Springe.

Erdbeer- und Spargelmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag in Springe

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Quelle: Sebastian Wilk

Tausende nutzten die Gelegenheit, schließlich bot sich ihnen zwischen Obern- und Niederntor eine köstliche Flaniermeile und die historische Innenstadt verwandelte sich in ein buntes Shopping-Paradies – denn zahlreiche Geschäfte öffneten am verkaufsoffenen Sonntag ihre Türen.

Den Besuchern wurde einiges geboten, vor allem den Kindern: Neben einem bunten Karussell und einer großen Hüpfburg durfte auch Enten geangelt werden. Kulinarisch gab es auch eine große Auswahl. Selbstverständlich und naheliegend: Erdbeeren und Spargel, aber auch Klassiker wie Bratwurst und Pommes oder ein Spanferkel. Frische Dosenwurst, Honig und Cocktails waren weitere Köstlichkeiten auf dem Markt.

Der Werbe- und Informationsring ist ein Zusammenschluss örtlicher Händler, Firmen und Handwerker - selbst erklärtes Ziel: die Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Neben dem Erdbeer- und Spargelmarkt gehören aktuell auch ein Frühlingsmarkt und ein Bauernmarkt im Oktober zum Angebot des Vereins (dieses Jahr am 9. Oktober). Am 2. September findet außerdem die Springer Cocktail-Nacht statt.

55 Jahre Kulturheim Springe:

Seit 55 Jahren besteht das Kulturheim an der Haller. Die Idee, ein gemeinsames Haus für alle Springer Vereine zu schaffen, hatte Heinrich Stedler, damals Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins, der gemeinsam mit den Kaninchenzüchtern und dem Spielmannszug die Kulturheimvereinigung gründete und die alte Schulbaracke auf dem heutigen Areal der Stadtbibliothek ab- und an der Haller wieder aufbaute. Stedler ließ es sich nicht nehmen, seinem Herzensprojekt die Aufwartung zu machen und brachte den heutigen Betreibern eine Spende in Höhe von 550 Euro mit – 10 Euro für jedes Jahr.

55 Jahre Kulturheim - der Jubiläumsmarkt

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Quelle: Reinhold Krause

Die Betreibergemeinschaft hat sich verändert. Statt der Kaninchenzüchter ist seit 2020 die Jesidische Gemeinde um Sinan Ayhan dabei, die 50 Prozent der Anteile hält. „Seit Kurzem sind wir als ‚Ézidische Gemeinschaft Springe‘ ein eingetragener Verein“, sagte Ayhan stolz. „Jetzt haben wir hier einen eigenen Raum, um unseren Glauben sowie auch Religionsunterricht ausüben zu können“, ergänzte das geistige Oberhaupt der Gemeinde, Nadar Othman.

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