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So reagiert Springes Politik auf die Trassenvorschläge

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Autor:

von saskia helmbrecht und ralf t. mischer

SPRINGE. Ganz viel Beratungsbedarf – und auch ein wenig Ratlosigkeit: Netzbetreiber Tennet hat die Springer Politik mit der Vorstellung der zweiten Trassen-Variante für Südlink kalt erwischt. Wie berichtet, führt sie direkt durch das Springer Stadtgebiet. In den betroffenen Ortsteilen gibt es viele Fragen.

Bürgermeister Christian Springfeld hat sich gestern mit Vertretern der Nachbargemeinden Gehrden, Wennigsen und Ronnenberg getroffen. Bei der ersten Beratung bleibt es nicht: Am Mittwoch, 9. November, ist ein gemeinsames Treffen für alle Regionskommunen geplant. Den Bürgermeistern des Calenberger Landes reicht das nicht: Sie wollen im November eine eigene Informationsveranstaltung auf die Beine stellen.

„Wenn alle Kommunen der Region mit mehreren Vertretern kommen, bleibt da kaum Zeit, spezielle Anliegen oder Fragen loszuwerden“, so Springfeld. Bevor das Rathaus inhaltlich Stellung bezieht, möchte er einen 50 Kriterien umfassenden Katalog mit Begründungen zur Bildung der Trassenvorschläge abwarten, der von Tennet in Kürze veröffentlicht wird. „Dann werden wir penibel prüfen, ob die Kriterien zutreffen“, so Springfeld.

Das bedeutet konkret: jede Menge Arbeit für die Verwaltung. „Mir schwant Schlimmes in Bezug auf den Arbeitsaufwand.“ Denn die Beteiligungsfrist endet Ende November. „Bis dahin müssen wir fertig sein; danach würde es nur den Weg über das Klageverfahren geben.“ Bereits 2017 möchte der Betreiber den Bau beantragen. Da bleibt den Springern nicht mehr so viel Zeit. „Wir müssen erst noch warten, bis die neuen Ortsräte und der Stadtrat darüber beraten haben“, erklärt Springfeld.

Noch handelt es sich um Vorschläge zur Neuplanung der Trasse. Fest steht, dass für den Bau eine 75 Meter breite Fläche notwendig ist. Bei der Erdkabelleitung müssen rechts und links des Kabels jeweils zehn Meter frei bleiben. Dieser Bereich darf nicht bebaut werden.

Gniesmer macht sich Sorgen über Baumaßnahmen Überrascht war auch Bennigsens Ortsbürgermeister Volker Gniesmer. Er war davon ausgegangen, dass sich die Betreiber näher an den Autobahnen orientieren wollten. Und macht sich Sorgen über die möglichen Baumaßnahmen. „Das ist eine riesengroße Sache und nicht von heute auf morgen fertig“, so Gniesmer. Dass die Trasse nun unter der Erde laufen soll, bewertet er positiv. „Da sieht man die Leitungen wenigstens nicht. So ganz glücklich bin ich über diese gesamte Entwicklung aber nicht.“ Ursprünglich waren die Trassen als Überlandleitungen mit bis zu 70 Metern hohen Masten geplant. „Natürlich wird der Vorschlag in Bennigsen hohe Wellen schlagen – ob die Trasse aber wirklich hier durchführt, steht noch gar nicht fest“, betont er. Gniesmer möchte das Thema in der nächsten Ortsratssitzung Anfang November ansprechen und die Meinung der Bennigser abfragen. „Bisher wurde nichts an mich herangetragen.“

Eldagsens designierter Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Rohlf hat sich bislang nicht intensiv mit den neuen Streckenplanungen befasst. Betont aber, dass ihm eine Erdverkabelung sympathischer sei. Um mehr Verständnis für die Trasse wirbt Lüdersens Ortsbürgermeisterin Ursel Postrach: „Wenn wir oben immer mehr Windkraftanlagen bauen, brauchen wir unten auch Leitungen, die den Strom dorthin transportieren, wo er gebraucht wird.“ Auch Postrach begrüßt, dass die Trasse nun unterirdisch verlaufen soll.



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