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So läuft die Kürbisernte – ein Besuch in Eldagsen

ELDAGSEN. Kürbissuppe, Kürbisstuten, Kürbiscurry: Die Rezeptvielfalt, die der Herbstklassiker mit sich bringt, ist groß. Die Nachfrage nach Kürbissen, die übrigens botanisch gesehen kein Gemüse, sondern Beerenfrüchte sind, ebenso.

Hannes Jänsch und seine Mutter Maren Jänsch stecken mitten in der Kürbisernte. Beeindruckend: Der Siebenjährige kann jede Kürbissorte benennen, die von der Familie angebaut wird. Foto: Hermes
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Weltweit wachsen rund 800 verschiedene Kürbis-Sorten, die alle aus fünf bitter schmeckenden Wildformen gekreuzt und gezüchtet wurden. Rund 200 davon sind essbar, die übrigen ungenießbare Zierfrüchte.

„Die Ernte ist bereits im vollen Gange – ob Hokkaido, Spaghetti-Kürbis oder Roter Zentner“, sagt Maren Jänsch, Betriebsleiterin beim Eldagser Hoflieferanten. Insgesamt baut die Familie mehr als hundert Kürbissorten an – als einziger Betrieb in Springe. Von der Ernte seien etwa 50 Prozent Zierkürbisse und 50 Prozent Speisekürbisse. „Zierkürbisse sind meistens kleiner als viele Speisekürbisse“, erklärt Jänsch. „Außerdem enthalten sie Bitterstoffe.“ Sie seien schlichtweg ungenießbar. Bereits Mitte August wurde auf dem Hof mit der Ernte begonnen. „Allerdings erst mal nur die Hauptsorten und davon die reiferen Exemplare.“

Jänsch erwartet eine eher durchschnittliche Ernte. „In der Blütezeit Mitte Juli war es einfach zu verregnet“, erklärt sie. Kürbisse reagierten sehr sensibel auf Wetterveränderungen. „Um dem entgegenzuwirken, unterlegen wir die Kürbisse mit einer schwarzen Mulchfolie und decken sie mit einem Vlies ab, damit sie sich im warmen Boden bei genügend Wasser gut entwickeln können.“ Dadurch erwärme sich der Boden schneller. Die Qualität sei trotz des vielen Regens aber gut.

Noch bis Anfang Oktober werden die letzten Exemplare geerntet. „Wir versuchen, vor dem ersten Frost fertig zu sein.“ Maschinen kommen bei der Ernte kaum zum Einsatz, hier ist noch Handarbeit angesagt, um die Kürbisse nicht zu beschädigen. „Wir ernten jeden einzelnen Kürbis, die zwischen 25 Gramm und 25 Kilo wiegen, mit der Hand und waschen ihn.“

Beim Einkauf empfiehlt Jänsch, auf kleinere Exemplare zurückzugreifen. „Außerdem sollte der Kürbis von der Farbe her sehr ausgeprägt sein und keine weichen Stellen oder gar Druckstellen haben.“ Der Kürbis habe aber immer eine Seite, die nicht so schön aussehe. „Das liegt natürlich daran, dass er nicht auf dem Baum wächst, sondern liegt.“ Einige Sorten halten sich bei guter Lagerung sogar mehrere Monate. „Den Hokkaido beispielsweise kann man ohne Probleme drei Monate liegen lassen.“

Seit etwa einer Woche holen sich die Leute vermehrt Kürbisse zum Dekorieren, sagt die Betriebsleiterin. „Und man merkt natürlich, dass die Lust auf Kürbissuppe steigt.“ Kein Wunder, ist die Frucht doch ein Alleskönner – ob für süßen Brotaufstrich oder als würzige Beilage. „Und das Tolle: Kürbisse sind gesund, haben wenige Kalorien und sind kohlenhydratarm.“

Jänsch empfiehlt in diesem Jahr Kürbisauflauf mit Mett, Zwiebeln und Crème Fraiche. „Bei uns selber kommt erst Kürbis auf den Tisch, wenn die Ernte vorbei ist“, sagt sie und lacht. „Aktuell fehlt einfach die Zeit, um zu kochen.“

Information

Sie sind rund, sie sind groß und sie sind orange: die Kürbisse. Um die gesunde Frucht geht es auch am Sonnabend, 30. September, und Sonntag, 1. Oktober, beim Kürbisfest auf dem Hof Jänsch in Eldagsen. Dabei soll den Besuchern neben dem Gemüse auch Hobbykunst geboten werden.

Unter dem Motto „Kürbis, Kunst und Kinderkram“ können die Gäste zwei Tage lang an den Ständen von 50 Hobbyausstellern stöbern. Das Angebot reicht von Speisekürbissen über Schnitzkürbisse bis hin zu Zierkürbissen. Verarbeitet gibt es den Kürbis als Waffel, Bratwurst, Bier oder Prosecco. Die Kinder kommen ebenfalls nicht zu kurz: In der Schnitzwerkstatt können sie beispielsweise die runden Kürbisse mit einer gruseligen Fratze versehen. Von 11 bis 18 Uhr läuft das Fest an beiden Tagen.

Die Organisatoren weisen darauf hin, dass Besucher sich an die ausgewiesenen Parkplätze halten sollen. Insbesondere an der Gestorfer Straße hatten Autofahrer sich in den vergangenen Jahren verbotenerweise an den Straßenrand gestellt. „Uns ist wichtig, dass es nicht zu gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern und Autofahrern kommt“, sagt Maren Jänsch. Die Stadt hatte zuletzt auch immer wieder rund um das Hofgelände an der Eldagsener Straße kontrolliert.

Geparkt werden kann auf dem Rewe-Parkplatz sowie auf dem Industrieparkplatz Loffenkamp, „hinter der HEM-Tankstelle rechts“.



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