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So könnte Springe das Hundekotproblem in den Griff kriegen

SPRINGE. Hundehaufen sind ein stinkendes Ärgernis und führen regelmäßig zu emotionalen Debatten zwischen Hundebesitzern und Menschen ohne Hund. Einen Vorschlag, wie Springe zu einer nahezu hundekotfreien Stadt werden könnte, machte Burkhard Küppers von der „Initiative gegen Hundekot in Deutschland“, kurz: „ighid“.

Burkhard Küppers stellt sein Konzept für eine saubere Stadt vor. FOTO: SZABO

Autor:

patricia szabo

Seit elf Jahren befasst sich Küppers mit dem Thema und erzielte bereits im nordrhein-westfälischen Tönisvorst gute Ergebnisse. „Keiner in Deutschland hat mehr Ahnung von Scheiße als ich“, behauptet er von sich. Mit dem „ighid“-Konzept möchte der Betriebswirt die unappetitlichen Hinterlassenschaften der Vierbeiner reduzieren.

Jetzt sprach er mit vielen Interessierten über die Anstrengungen vieler Städte und Gemeinden, ihre öffentlichen Flächen sauber zu halten, und erklärte, warum es ohne richtiges Konzept nur selten gelingt.

2044 Hunde gibt es laut Küppers derzeit in Springe. Bei durchschnittlich zwei Hundehaufen ergibt es 4088 Tretminen – am Tag. Das sind fast 1,5 Millionen Hundehaufen pro Jahr – knapp 90 Tonnen Ausscheidungen, die entsorgt werden wollen.

Weder Bußgeldstrafen noch Verbotsschilder zeigten eine dauerhafte Wirkung. Wie also bekommt man eine Stadt oder Gemeinde hundefreundlich und sauber? Und zwar nachhaltig, und zu möglichst niedrigen Kosten?

Wer einen Hund hat, muss auch den Kot des Tieres entfernen, denn „Hundekot schürt Hundehass“, weiß Küppers. Der erste Schritt in die richtige Richtung sei die Einführung von Kotbeutelspendern. Hinstellen reiche aber nicht. „Es fehlt an durchdachten Konzepten“, denn erst mit einer individuellen Marketingkampagne, Plakaten, Veranstaltungen und einer interaktiven Karte, auf der die Kotbeutelspender eingezeichnet werden, könnten uneinsichtige Hundehalter zum Umdenken animiert werden. „Hier kommt die „ighid“-Methode zum Tragen.“

Die Strategie sei einfach und setze auf eine positive Kommunikation, Optimierung der bestehenden Infrastruktur, Einbeziehung der Bevölkerung sowie finanzielle Unterstützung durch Sponsoren.

„Wir haben geschaut, wo man die Kotbeutel loswerden kann“, sagte Küppers. Dazu habe die Initiative eine Bürgerbefragung gestartet – sowohl online als auch offline.

Für viele Gäste an diesem Abend trägt die Stadt an dem Hundekot-Dilemma eine Mitschuld: „Es gibt viel zu wenig Mülleimer“, so die Stimmen aus dem Publikum. Schließlich habe niemand Lust, die Kotbeutel durch die halbe Stadt zu tragen.

Auch der Stadt Springe riet Küppers zu einer ganzheitlichen Lösung und verschwieg nicht die Kosten: „Entweder lässt die Stadt alles wie es ist, oder man lässt sich ein Konzept erstellen. Dieses kostet etwa 3500 Euro“, sagte Küppers.

Möchte man eine Bedarfsanalyse und adäquate Durchführung haben, koste das Gesamtpaket rund 30 000 Euro. Außerdem könne Springe mit dem Image der ersten hundekotfreien Stadt in Niedersachsen punkten, so Küppers.

„Ich bin gerne bereit, etwas zu ändern“, sagte Bürgermeister Christian Springfeld, der seit Kurzem selbst Hundebesitzer ist. Auch er sprach sich für eine ganzheitliche Umsetzung in allen zwölf Ortsteilen aus. „Lasst es uns gemeinsam anpacken. Niemand wird was gegen ein sauberes Ortsbild und glückliche Menschen haben“.

Bedenken hatte Elke Thielmann-Dittert von den Grünen: „Mir machen die Folgekosten Sorgen“, sagte sie. Zu diesen konnte sich Küppers jedoch nicht weiter äußern.



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