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So funktioniert das neue Carsharing in Springe

SPRINGE. Ein Auto für alle – dieser Wunsch der Stadt ist schon viele Jahre alt. Doch während in größeren Städten ein solches Angebot längst verankert ist, gibt es das Prinzip Carsharing in kleineren Kommunen deutlich seltener. Seit Dienstag gehört auch Springe dazu. Wir haben alle Hintergründe zusammengefasst.

Clemens Gebauer (v.l.), Robin Parusel, Ulf-Birger Franz, Eva Hannak und Katrin Härtel stellen das Carsharing-Projekt vor. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Das Unternehmen „Flinkster“ der Deutschen Bahn stellt in Springe ab sofort fünf Autos zur Verfügung. Drei Wagen werden tagsüber von den Verwaltungsmitarbeitern genutzt, können aber abends und an den Wochenenden zusätzlich zu den weiteren beiden Autos von allen Bürgern genutzt werden. „Mit dieser Form und Menge sind wir sehr glücklich“, sagt Vize-Rathauschef Clemens Gebauer, der am Dienstag gemeinsam mit Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz das neue Projekt vorgestellt hat. „Das ist eine wunderbare Ergänzung zum Öffentlichen Personennahverkehr“, bestätigte Franz.

„Gleichzeitig leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, betont Klimaschutzmanagerin Katrin Härtel. Immerhin soll rein rechnerisch ein Carsharing-Auto sieben Privatwagen ersetzen können. Die Stadt selbst hat bereits Dienstfahrzeuge abgegeben und nutzt ab sofort stattdessen die Flinkster-Wagen. Weil auch bei der Stadt die Autos nur bezahlt werden, wenn sie genutzt werden, sollen außerdem Steuergelder eingespart werden.

Das Angebot richtet sich aber nicht nur an die städtischen Mitarbeiter, sondern an alle Springer – und nicht nur an die ältere Generation. „Gerade auch für junge Leute ist das Projekt interessant, weil ein Auto in der Anschaffung teuer ist“, sagt Franz.

Das Pilotprojekt ist zunächst auf vier Jahre begrenzt. Ende 2019 soll laut Gebauer ein erstes Fazit gezogen werden, wie das Angebot in Springe genutzt wird. Heißt aber auch: Sollten die Fahrzeuge am Ende nicht nachgefragt werden, könnte die Flotte von der Bahn wieder ausgedünnt werden. „Das braucht schon ein bis zwei Jahre, bis sich das Angebot etabliert“, schätzt Eva Hannak vom Fachbereich Verkehr der Region. Je mehr Autos im gesamten Umland zur Verfügung stehen, desto höher werde auch die Nutzung, betont Dezernent Franz.

„Das Projekt braucht natürlich auch gewissen Mut, es ist schon etwas besonderes. Aber wir haben gesagt ‚lasst uns das mal machen‘“, sagt Gebauer. Ab wann genau das Projekt aus Sicht der Bahn als wirtschaftlich gilt, darüber will das Unternehmen keine Auskunft geben.

Das Modellprojekt, das die Region mit der Bahn entwickelt hat, läuft in Springe, Burgwedel, Neustadt und Gehrden. „Weitere interessierte Kommunen können jederzeit beitreten“, sagt Franz. Flinkster ist außerdem das flächengrößte Carsharing-Netzwerk in Deutschland. „Ich würde mich freuen, wenn Flinkster in Springe so gut läuft, dass wir bald auch an den weiteren Springer Bahnhöfen in Völksen und Bennigsen Carsharing anbieten können“, sagt Gebauer. Die europaweite, kommunenübergreifende Ausschreibung in dieser Form sei bislang deutschlandweit sehr selten, weiß Hannak.

Anleitung fürs Auto-Teilen

Wer die Autos nutzen möchte, muss sich zunächst auf www.flinkster.de registrieren. Für die digitale Führerscheinkontrolle brauchen Interessierte aber einen Computer mit Webcam, ein Handy oder Tablet. Die Fahrzeuge können dann über eine App, im Internet oder über eine Telefonnummer gebucht werden. Das Auto selbst kann mit dem Handy oder mit einer Kundenkarte geöffnet und wieder verriegelt werden. Weitere Infos: 069/42727700 (rund um die Uhr).

Wenn der Tank bei Rückgabe nur noch zu einem Viertel gefüllt ist, muss der Wagen betankt werden – die Rechnung zahlt aber Flinkster. Wer sich einmal registriert, kann alle Fahrzeuge von Flinkster nutzen. Deutschlandweit gibt es mehr als 2500 Stationen in 400 Städten. In Springe können vier Ford Fiestas und ein Opel Astra gemietet werden. Die Wagen sind am Burghof-Rathaus, am Verwaltungs-Standort „Zur Salzhaube“ und am Bahnhof geparkt.

Information

Das einmalige Registrieren kostet 29 Euro. Für Bahn-Card-Inhaber ist die Anmeldung kostenlos. Die App ist ebenfalls kostenlos. Fixkosten gibt es nicht. Heißt: Gezahlt wird nur die tatsächlich genutzte Zeit. Die Preise liegen dabei zwischen 1,50 Euro bis 9,50 pro Stunde – je nach Größe des Autos und je nach Tageszeit. Der Ford Fiesta in Springe kostet 1,50 Euro pro Stunde am Abend und 5 Euro von 8 bis 22 Uhr. Für den Opel Astra werden 1,90 Euro beziehungsweise 6 Euro fällig. Der Tagespreis liegt zwischen 39 und 110 Euro. Hinzu kommt eine Verbrauchspauschale pro Kilometer zwischen 18 und 22 Cent, die über GPS ermittelt wird. Zusätzliche Kosten könnten entstehen. Online gibt es einen genauen Preisrechner. Wird das Auto beschädigt, beträgt die Selbstbeteiligung 1500 Euro.

Die Mindestbuchung liegt bei einer Stunde. Flinkster bietet auch Langzeitmiet-Fahrzeuge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten oder Übergangsfahrzeuge an. Wer die Fahrt schneller beenden will, bekommt die Hälfte des Mietpreises für die ungenutzte Zeit gutgeschrieben.

Weitere Infos zu Mietkosten (www.bit.ly/flinkster-preis) und sonstigen Gebühren (www.bit.ly/flinkster-gebuehr) gibt es im Internet.



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