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So feiert Allemagniort den französischen Nationalfeiertag

SPRINGE. „Der Teig für die Crêpe hat gerade so gereicht“, ist der Vorsitzende des Vereins „Allemagniort“, Heinz Bähre, erleichtert.

Stoßen auf einen gelungenen Abend an: Rund 300 Besucher feiern beim Weinfest den französischen Nationalfeiertag. FOTO: KRAUSE

Autor:

Reinhold Krause

Der Verein, der sich den Erhalt und den Ausbau der Partnerschaft zwischen Niort und Springe auf die Fahnen geschrieben hat, feierte parallel zum französischen Nationalfeiertag seine kleine, aber feine „Fête francaise“.

Der Rathauspark bot dazu die passende Idylle. Knapp 300 Springer und Gäste aus den Ortsteilen wollten sich das Fest nicht entgehen lassen. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Kinder: Malen, Basteln oder auch Kinderschminken – aber dazu ließen sich nur wenige Gäste blicken. Anders dagegen war es am Abend. Aus allen Richtungen strömten die Besucher, um es sich bei sommerlichen Temperaturen und französischen Schlemmereien wie Gott in Frankreich gut gehen zu lassen. Gerhard Mestwerdt, heute mal nicht als Springer Ratsnachtwächter, sondern als Vereinsmitglied, kredenzte Rot- und Weißweine, Cidre oder einen Pineau de Charentes – für die Geschmacksnerven gab es reichlich Abwechslung. Nebenan hatte Hartmut Rieck seine beiden Elektro-Öfen angeheizt und der Duft von escargots au beurre d’herbes, also „Schnecken in Kräuterbutter“, ließ den Gourmets das Wasser im Mund zusammenlaufen. Wem nach Süßem war, der war beim Crêpe-Macher bestens aufgehoben. Doch wer lieber das Ländliche genießen mochte, für den hatten die Frauen Schmankerln wie kleine Käseteller, Baguette mit Paté oder Rillets zubereitet. Französische Chansons sorgten für einen stimmigen Hintergrund und nach und nach leerte sich das von der Jugendfeuerwehr aufgestellte Zelt. Aber nicht, weil die Gäste vorzeitig die Veranstaltung verließen, sondern die aufgestellten Tische und Sitzbänke wurden von Vereinsmitgliedern und Gästen ins Freie transportiert. Man wollte mit Freunden, Bekannten und Gleichgesinnten so lieber einen schönen Sommerabend im Freien genießen. In Sichtweite immer dicht umlagert der Spielplatz. Patrice Gouraud hatte ein hierzulande unbekanntes Geschicklichkeitsspiel mitgebracht, das „Jeu de palets“. Neugierig wollen die Gäste die Sportart ausprobieren. Das Spiel aus der Bretagne stammt aus dem 16. Jahrhundert, erzählte Gouraud. So um 1319 bis 1339 war das Spiel sogar in Frankreich verboten, da der damalige König seine Soldaten für den Krieg und nicht für das Spiel haben wollte. Seit etwa 20 Jahren erlebt das Spiel, es besteht aus nummerierten, etwa sechs Zentimetern großen Gussscheiben und einem Brett aus Pappelholz, eine Renaissance. Analog zum Boulespiel wird auch bis zwölf gezählt.

Das Zählwerk befindet sich auf der Holzbox, in der die Scheiben aufbewahrt werden. Der Spieler muss nun so geschickt werfen, dass die Scheiben auf dem Holz liegen bleiben. Lauten Jubel gab es, wenn es dem Spieler gelungen ist. Die Freunde des Boulespiels hatten sich wie in den Jahren zuvor auf dem Weg vor dem Rathaus versammelt und frönten dort ihrer Leidenschaft. Ganz wie es in Frankreich Sitte ist, endete der Nationalfeiertag mit einem großen Feuerwerk. „In Niort stehen jetzt Zehntausende und genießen das ‚feu d’artifice‘“, so Bähre. Sagte es und ging auf den Parkplatz am Feuerwehrgerätehaus, um das Feuerwerk gen Himmel zu schicken. Doch im Rathauspark wurde noch lange danach weitergefeiert.



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