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So fährt man in Springe Fahrrad – und so nicht

SPRINGE. Fahrradfahren in Springe? Ein schwieriges Thema. Grund sind nicht nur die Berge – sondern auch das Radwegkonzept, das immer noch auf Akzeptanz wartet. Die vielen vorgeschriebenen Änderungen haben dazu geführt, dass viele Bürger gar nicht mehr wissen, welche Verkehrsführung nun die richtige ist.

Trotz Fußgängerzone haben Radfahrer freie Fahrt. Allerdings dürfen sie nur Schrittgeschwindigkeit fahren und müssen auf Fußgänger besondere Rücksicht nehmen. Das verdeutlicht das Schild „Radfahrer frei“, auf das Katrin Härtel zeigt. Fotos: Hermes
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Dabei will Klimaschutzmanagerin Katrin Härtel noch mehr Springer dazu bringen, aufs Fahrrad umzusteigen. Da hilft nur eins: erklären, erklären, erklären. Im Rahmen einer dreiteiligen Reihe bringt die Neue Deister-Zeitung in Zusammenarbeit mit Katrin Härtel und Springes Kontaktbeamtem Jens Günther Licht ins Dunkel.

Marktplatz: Eigentlich sind Fußgängerzonen für Radfahrer tabu. Ausnahme: Unter dem Fußgängerzonenschild ist ein Schild mit „Radfahrer frei“ angebracht. So wie auf dem Marktplatz. „Radfahrer müssen dann auf die Fußgänger besondere Rücksicht nehmen“, sagt Katrin Härtel. Das heißt: Sie dürfen nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren und Fußgänger weder gefährden noch sonst behindern. „Schrittgeschwindigkeit bedeutet etwa 7 Stundenkilometer“, so Härtel. Geht das nicht, müssen Radfahrer anhalten und schieben. Übrigens: „Ein Regelverstoß kostet 15 bis 20 Euro“, betont Günther.

Ecke Nordwall/Fünfhausenstraße: „Wegen der Einbahnstraßenregelung ist hier ein Fahrradweg notwendig“, erklärt der Polizist. Vorhandene Radwege müssen benutzt werden, wenn das durch bestimmte Verkehrszeichen angeordnet ist.“ Gekennzeichnet werden diese durch ein weißes Fahrrad auf blauem Hintergrund. „Hier an der Ecke Nordwall/Fünfhausenstraße dürfen Radler nicht auf der Straße fahren. „Ganz gleichgültig, ob das Fahrrad in Kombination mit einem Fußgängerpaar oder alleine steht.“ Auf Höhe des Restaurants Euphrat ist ein Schild angebracht, das sowohl einen Radfahrer als auch einen Fußgänger zeigt, ein kombinierter Fuß- und Radweg. Bedeutet: Jeder hat seinen eigenen Bereich. Der Radfahrer ist links nah an der Straße unterwegs, der Fußgänger hält sich rechts.

Burgstraße/Ecke Schulstraße: „Viele Radfahrer sind hier verunsichert, weil sie nicht wissen, ob sie den Bürgersteig oder die Straße nutzen sollen“, sagt Günther. Dabei sprächen die Verkehrsschilder und die Markierungen auf der Fahrbahn eine eindeutige Sprache. „Das Fahren auf dem Bürgersteig ist hier definitiv verboten, was durch das Verkehrsschild ‚Nur Fußgänger‘ verdeutlicht wird“, erklärt Günther. Die Spur zeige die vorgegebene Richtung an – auf der Straße.

Härtel hat die Erfahrung gemacht, dass Radfahrer auf der Straße einen positiven Nebeneffekt auf die Autofahrer haben: „Sie bremsen automatisch den Autoverkehr aus.“ Gerade an der Burgstraße, einer 30-Zone, seien die Autos häufig viel zu schnell unterwegs. Für die Radfahrer sei es deutlich angenehmer, auf der Straße zu fahren, findet die Klimaschutzmanagerin.

Günther und Härtel räumen ein, dass sie die Unsicherheiten seitens der Bürger nachvollziehen können. „Auf dem Bürgersteig ist halt immer noch die Radwege-Pflasterung zu sehen; das irritiert“, sagt Härtel.

Generell gilt bei 30er Zonen: auf der Straße fahren. „Extra ausgezeichnete Fahrradwege sind bei Tempo 30 laut Straßenverkehrsordnung nicht mehr erlaubt“, weiß die Stadtmitarbeiterin. Und das sei nur ein Beispiel von vielen. „Viele Bereiche in Springe waren als Radweg ausgeschildert, die es laut Gesetz jedoch nicht mehr sein dürfen“, sagt Härtel. Als Tipp gibt sie den Springern mit auf den Weg: „Nur da, wo ein Radweg explizit als ein solcher gekennzeichnet ist, muss er auch genutzt werden. Ansonsten gilt die Regel: auf der Straße fahren.“



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