weather-image
Diskussion über Grundschul-Zukunft mit Entschuldigungen, Erklärungen und Auseinandersetzungen

„So eine Schule kann sich gar nicht entwickeln“

Altenhagen I (zett). Es war ein Abend der Entschuldigungen, der Erklärungen und der Auseinandersetzungen. Aber am Ende war niemand wirklich schlauer im Dorfgemeinschaftshaus Altenhagen, wo Ortsrat, Schulausschuss und Eltern über das Schicksal der Grundschule diskutierten.

Angespannt verfolgen zahlreiche Eltern die Sitzung, in der es um

Für die Entschuldigung war Bürgermeister Jörg-Roger Hische zuständig. Er sprach Politikern und Eltern im Namen der Verwaltung sein Bedauern über die mangelhafte Kommunikation der Stadtpläne aus. Diese hatten zwischenzeitlich für viel Wirbel gesorgt, weil sie vorsahen, die Schule bei stagnierenden Schülerzahlen zu schließen. In der Sitzung kritisierten auch SPD und CDU noch einmal, von Seiten der Verwaltung nicht rechtzeitig eingebunden worden zu sein.

Hische sagte, die Diskussion habe „eine Eigendynamik entwickelt, die uns alle überrascht hat“ – deshalb seien auch Politik und Eltern nicht gleich involviert worden: „So wollten wir die Brisanz rausnehmen.“ Er sei wegen der „mit heißer Nadel gestrickten“ Beschlussvorlage „öffentlich und intern massiv angegangen worden“, gestand Hische. Der Bürgermeister wies aber auch darauf hin, dass es auf Landesebene im Sinne der Gleichbehandlung aller Schulen „massive Probleme“ geben könne, die de facto hohe Lehrerversorgung in Altenhagen zu halten oder gar zu erhöhen.

Erklärungen gab es an diesem Abend auch von Almuth Blanck. Die zuständige Dezernentin der Landesschulbehörde betonte, ihr gehe es vor allem um die Entwicklung der Schulqualität: „Und ganz ehrlich: Eine Schule mit 39 Kindern und einem belasteten Kollegium kann sich gar nicht entwickeln.“ Richtig sinnvoll seien ihrer Meinung nach erst zweizügige Schulen.

Letztendlich sprach sich Blanck für die zuletzt diskutierte Variante des Kooperationsverbundes aus – auch die betroffenen Schulleiterinnen Dorette Naumann (Altenhagen I) und Yvonne Pape (Am Ebersberg) hätten dieser Idee zugestimmt. Blanck favorisierte die Variante, bei der die Schulen etwa bei Arbeitsgemeinschaften oder Verwaltungsaufgaben zusammenarbeiten würden – zunächst zeitlich befristet bis zum 30. Januar 2011: „Dann kann man sehen, wie die Entwicklung der beiden Schulen ist.“

Nicht zuletzt war die Sitzung von Auseinandersetzungen geprägt: Hische duellierte sich mit dem Ausschussvorsitzenden Heinrich Eicke (beide CDU) in Sachen Zuständigkeit für die Lehrerversorgung („Ich muss Herrn Eicke vehement widersprechen“). Und von Blanck kamen scharfe Töne an die Eltern: „Manche von Ihnen denken vielleicht: ,Warum lassen Sie unsere Schule nicht in Ruhe?‘ Ich rate Ihnen dringend: Lassen Sie mich meinen Job machen!“

Von Seiten der Eltern wurde vor allem für die Vorzüge ihrer kleinen Schule geworben: „Hier gibt es viele Probleme einfach nicht, die man aus größeren Schulen kennt“, sagte Thorsten Koch – ihm gehe es etwa um die Integration neuer Kinder.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt