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Skulptur von Sonja Alhäuser auf dem Hermannshof eingeweiht

VÖLKSEN. Kurz vor Mittag fällt im sonnenüberfluteten, von grünen Hecken eingerahmten historischen Mittelrund des Hermannshofes das blaue Tuch. Im gleißenden Licht funkelt in Neusilber mit Spaten und Gummistiefeln die „Elli“ getaufte Figur.

Weg mit dem Tuch: Künstlerin Sonja Alhäuser und Eckhart Liss vom Hermannshof präsentieren die neue Skulptur. FOTO: HUPPERT

Autor

Christoph Huppert Reporter

Die von der Berliner Bildhauerin und Zeichnerin Sonja Alhäuser geschaffene Skulptur wird drei Jahre an diesem Platz verweilen.

Die eigentlich aus dem Westerwald stammende Künstlerin, Jahrgang 1969, hatte schon 2013 mit ihrer spektakulären Reiterperformance auf dem Hermannshof für Aufsehen gesorgt. Alhäuser liebt es handfest. „Kunst zum Anpacken, Essen, Berühren, auf jeden Fall mit einem stark haptischen Charakter“, erklärt sie. Es ist Kunst mit allen Sinnen, die sie fasziniert: riechen, schmecken, fühlen. In ihrer Einführung erinnerte auch Veronika Olbrich, Referentin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, an einige denkwürdige Projekte Alhäusers. Da tanzen schon mal Rehe auf einem Buffet, Gäste schöpfen aus einem Prosecco-Becken und auch, dass eine Eistorte durch Tanzende getragen wird, ist für Sonja Alhäuser ein wahres Kunstvergnügen.

Die Skulptur „Elli“ hat während der Herstellung einen radikalen Verwandlungsprozess durchgemacht. „Eigentlich sollte der Schädel aufklappbar sein, doch der polnische Gießer hat mich davon abgebracht.“ Statt filigraner weiblicher Zart- und Zerbrechlichkeit kommt „Elli“ jetzt sehr handfest daher. Das Ergebnis dieses „Denk- und Verwandlungsprozesses“ sei eine kräftige Dame, die mit Spaten ihren eigenen Sockel grabend, nackt und sehr zupackend inszeniert ist. Eine Verwandlung von geplanter Kopflastigkeit zu deftiger Körperlichkeit. „Dennoch sie strahlt, und wie“, stellt Olbrich bewundernd fest. „Schummelsilber nennt man das“, erklärt Alhäuser.

„Nach Ablauf der drei Jahre geht Ellis Reise weiter“, sagt Alhäuser, die noch in diesem Jahr als Stipendiatin in die Villa Massimo nach Rom gehen wird. „Elli ist sozusagen eine temporäre Skulptur und wird dann aus dieser idyllischen Gartenlandschaft des Hermannshofes in andere Kontexte und Welten eintauchen, vielleicht eine Fabrik, wer weiß. Jedenfalls etwas Handfestes.“

Bis dahin aber schaut die silberne Nackte aus „Schummelsilber“ mit leicht grimmigem Blick entschlossen Richtung Hemannshofer Haupthaus, den Spaten einsatzbereit, als wollte sie die gesamte Anlage, die sie schon jetzt durch ihre Präsenz zu dominieren scheint, alleine umgraben. Keine Frage, „Elli“ ist der neue Blickfang.



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