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Sina Kramer ist die beste Auszubildende im IHK-Bezirk

BENNIGSEN. Sina Kramer ist 25 Jahre alt und hat zwei Berufsabschlüsse in der Tasche. Nummer zwei als beste Auszubildende zur Automobilkauffrau im gesamten Einzugsgebiet der Handwerkskammer Hannover. Klar, dass ihre Chefs sich freuen. Eine kleine Persönlichkeit, aber noch viel mehr.

Fähige Mitarbeiterin, glücklicher Chef: David Biester gratuliert Sina Kramer zu ihrem Erfolg im Leistungswettbewerb des Handwerks. Foto: Weißling
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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

„Mama, ich bin stolz auf Dich“, sagte Kramers sechsjährige Tochter, als sie von der tollen Prüfung ihrer Mutter erfuhr.

„Für sie habe ich das vor allem gemacht“, erklärt die junge Mutter, warum sie sich nach vollen Arbeitstagen und dem Zubettbringen ihrer Kleinen abends noch hinsetzte und für die Prüfungen büffelte. „Ich wollte nicht die alleinerziehende Mutter sein, die zu Hause ist und ihrer Tochter erklärt, warum dies oder das finanziell nicht möglich ist“, erinnert sie sich an die Zeit vor ihrem beruflichen Neustart. Ihre eigenen Eltern – Sina Kramers Mutter arbeitet halbtags – hatten ihr damals größtmögliche Unterstützung zugesagt und Wort gehalten.

Ihre Chefs, David und Clive Biester, hatten ihr den Spagat zwischen Beruf und Familie zugetraut, als sie sie einstellten. „Nicht ohne Risikofreude“, schmunzelt David Biester, der sich schon manches Mal die Haare gerauft hat, wenn vielversprechende Frauen ganz und gar im Familienleben abtauchten, auf dem Gehaltszettel aber weiterliefen. „Für Familienbetriebe wie wir einer sind, kann das schon schmerzhaft sein.“

Dass mit Sina Kramer bereits die zweite Auszubildende des Betriebs als Kammerbeste beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks abschneidet, kann kaum Zufall sein. Folglich gilt die Auszeichnung auch dem Pattenser Autohaus. „Unsere Verkäufer lernen direkt von uns Chefs und bekommen sicher mehr Einblicke auch in andere Bereiche des Unternehmens“, liefert David Biester eine Erklärung.

Besonders an Sina Kramer seien ihr Charme und guter Umgang mit Menschen, ihre rasche Auffassungsgabe und nicht zuletzt eine Affinität zu Autos zu loben. „Mein großer Bruder ist Mechatroniker und da habe ich immer mitbekommen, wie er an seinen Autos geschraubt hat“, benennt Kramer ihre Brücke zur eigentlich männerdominierten Branche. Dass immer mal wieder männliche Kunden überrascht sind, von einer Frau beraten zu werden, quittiert sie mit einem Lachen. Schließlich weiß sie aus Erfahrung, „dass auch bei diesen Kandidaten oft die Frau oder Freundin zum zweiten Termin mitkommt und zusammenstreicht“.

„Wir sind weit davon entfernt, Frauen als Kundinnen zu unterschätzen“, kommentiert David Biester. In anderen Autohäusern laufe das oft noch ganz anders. In Pattensen hat Mitarbeiterin und Verkaufskollegin Kramer sich derweil manche Privilegien erarbeitet. Seit ihre Tochter zur Schule geht, endet ihr Arbeitstag um 16 Uhr – mitten in der verkaufsstärksten Zeit der Filiale. Dass sie auch zur zweiten Wettbewerbsrunde auf Landesebene mit dem Dienstwagen und in ihrer Arbeitszeit fuhr, ist Ehrensache für das Autohaus Biester. Bis die Ergebnisse in der kommenden Woche bekannt werden, heißt es noch Daumendrücken.



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