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Seltene Fledermausart entdeckt

SPRINGE/ALVESRODE. Sie sind klein, wuselig, nachtaktiv und selten. Durch eine von den Naturschutzbehörden unterstützte Zählaktion konnte eine große, 90 Individuen starke Bechsteinfledermaus-Kolonie im Saupark der Niedersächsischen Landesforsten entdeckt werden.

„Die Bechsteinfledermaus ist eine sehr seltene Art, die alte, naturnahe Laubwälder bevorzugt und an diese auch gebunden ist“, sagt Heiko Brede, Waldökologieförster vom Niedersächsischen Forstamt Saupark. Mit Unterstützung der Naturschutzbehörden Hameln-Pyrmont und der Region Hannover kam es im Sommer 2020 zu einer Aktion zur Feststellung der Fledermausarten im Naturschutzgebiet Saupark der Niedersächsischen Landesforsten. „Mit ganz feinen Netzen wurden in ausgewählten Bereichen des Mauerparks die zur Dämmerung ausfliegenden, streng geschützten Fledermäuse gefangen und teilweise mit winzigen Sendern versehen“, erklärt Brede weiter.

Neben Fransenfledermäusen, Kleinen Abendseglern und Bartfledermäusen wurden auch Bechsteinfledermäuse gefangen und mit einem reiskorngroßem Peilsender versehen. Durch diese Besenderung konnte wenige Tage nach dem Einsatz eine große Gruppe der Bechsteinfledermäuse nachgewiesen werden. Die wenigen Nachweise in der Vergangenheit wiesen Gruppen – Wochenstube genannt - von etwa 10 bis 50 Weibchen nach. Die im Saupark nachgewiesene Wochenstube beinhaltete 40 bis 50 Weibchen und insgesamt 90 Individuen, die beim Ausflug mithilfe einer Wärmebildkamera gezählt worden sind. Die mittelgroße Fledermaus bringt gerade einmal sieben bis zwölf Gramm auf die Waage, also etwa so viel wie drei Zuckerwürfel. Sie ernährt sich natürlich nicht vom Blut der Menschen oder Tiere, sondern jagt vom Boden bis zu den Baumkronen Nachtfalter, Käfer sowie Weberknechte und ist der beste Freund des ruhigen Schlafs, denn ihr Beutespektrum deckt auch Mücken ab.

Wer also eine Bechsteinfledermaus in der Nachbarschaft hat, wird vermutlich von der ein oder anderen Mücke weniger belästigt. Haben die Bechsteinfledermäuse dann ihr stolzes Alter von bis zu 21 Jahren erreicht, haben sie sicherlich eine beachtliche Anzahl kleiner Blutsauger zu sich genommen, mutmaßt der Förster für Waldökologie. Zur jetzigen Zeit haben die kleinen Säugetiere vermutlich schon ihre Winterquartiere aufgesucht und werden dort bis zum Frühjahr, wenn die Tage wieder länger werden und die Temperaturen höher, die Zeit zumeist mit schlafen verbringen.




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