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Sebastian Wolters startet als DJ in Amerika durch

SPRINGE. Morgens zieht sich Sebastian Wolters sein Hemd an, geht in sein Büro in Hannover und setzt sich an den Schreibtisch. Wenige Tage später sitzt er schon wieder im Flieger auf dem Weg nach Amerika: Als DJ Bass Tikal tourt er durch die Vereinigten Staaten und legt vor 500 000 Menschen auf.

DJ Sebastian Wolters beim Insomniac Escape Halloween in San Bernardino, Kalifornien: In Amerika ist er mit seiner Musik erfolgreich, will aber seiner Heimat treu bleiben.
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Angefangen hat Wolters im Springer Jugendzentrum, wo er mit anderen Musikbegeisterte vor den ersten Plattenspielern saß. Mit 16 Jahren folgten die ersten Auftritte in Hannover. Vor zwei Jahren dann hat er ein eigenes Label gegründet, „This Ain’t Bristol“ und tritt mit Freund Nick Hill als Maximono auf. „Dass wir nach Amerika gehen, war nicht geplant, aber ich stelle fest, dass dort unsere Musik ganz anders ankommt. Die Staaten sind ein fruchtbarer Boden“, sagt der 39-Jährige.

In den Staaten herrsche eine vollkommen andere Fankultur als in Deutschland, die Anhänger tragen Bandshirts aus Überzeugung und nicht nur als Modetrend. „Die Menschen sind viel enthusiastischer.“

Ob London, Amsterdam, New York, Las Vegas, Chicago oder Detroit: Wolters ist bereits in zahlreichen Metropolen aufgetreten. „Ich trage Springe in die Welt hinaus und ich sage auch allen, wo ich herkomme. Viele finden das auch spannend, für einige ist ja Hannover schon klein, Springe ist für sie dann noch viel kleiner“, sagt er schmunzelnd.

Trotz seiner Amerika-Touren ist er seiner Heimat noch sehr verbunden. Den Job in Hannover aufzugeben und hauptberuflich als DJ in Amerika zu arbeiten, kommt für ihn nicht in Frage. „Mir reicht es völlig, immer wieder in die USA zu fliegen und ich bin auch froh, wenn ich wieder zu Hause bin.“ Das Potenzial, die Musik nicht nur als Hobby zu machen, sei durchaus da. „Aber ich befürchte, dass der Spaß verloren gehen würde und die Musik ihre Magie verliert.“

Das klassische Bild eines DJs, das die Medien vermitteln, verkörpere er aber nicht. Er gehe nicht jeden Abend von Party zu Party. „Ich unternehme keine langen Feiertouren, schlafe viel und trinke nicht.“ Und das lasse sich in Amerika viel besser umsetzen als in Deutschland. „In den Staaten haben die Clubs nur von 22 bis 2 Uhr offen. In Hannover habe ich auch schon bis 9 Uhr morgens aufgelegt.“ Im Laufe der Jahre habe er sich diese strenge Disziplin antrainiert und immer darauf geachtet, sich trotz Job und Musik genug Freiraum für sein Privatleben zu schaffen. Auch wenn das nicht immer ganz einfach ist. „Nach meinen Auftritten rufe ich nachts noch in meinem Büro an und erkundige mich, ob alles okay ist. Wegen der Zeitverschiebung geht das ja.“

Im Oktober vergangenen Jahres begann er seine erste Amerika-Tour, im Juni folgte die Zweite für vier Wochen. Im September soll es bereits weitergehen. Bei den großen Festivals tritt er mit Freund Nick Hill auf, für die restlichen Auftritte teilen sie sich auf. Hill hat bereits einige Goldene Schallplatten bekommen und lebt hauptberuflich von der Musik. Die Manager der beiden planen sogar bereits Auftritte in Neuseeland. Anfang Oktober geht es nach Mexiko. Das gesamte Geschäft und die Buchungen werden komplett in Amerika abgewickelt.

Aufwendig und teuer sei vor allem, ein Visum zu beantragen. 50 Presseartikel müssen dafür nachgewiesen und ein Motivationsschreiben eingereicht werden. „Man muss nachweisen, dass man als seriöser DJ arbeitet.“ Viele junge Künstler würden schon daran scheitern, dieses Visum zu bekommen. „Und seit einigen Monaten unter Donald Trump ist das noch mal schwieriger geworden.“

Der 39-Jährige hat schon vor bis zu 500 000 Besuchern aufgelegt. „Aber auch die kleinen Gigs sind spannend, weil man an den Leuten nah dran ist und sieht, wie sie die Musik finden.“ Sein Ziel ist es, noch bekannter zu werden. „Der nächste Schritt ist dann, für andere Sänger zu produzieren.“ Seine Songs nimmt er er im Metropolis-Studio auf – dasselbe Studio, in dem auch Star Adele ihre Alben aufnimmt. Knapp 25 Veröffentlichungen kann Wolters bereits vorweisen. Spezialisiert hat er sich seit etwa vier Jahren auf House-Musik – bei den Subgenres ist er sehr offen und will sich bewusst breit aufstellen. Vorher hatte er sich vor allem auf eine Mischung aus Drum-n-Bass und Jungle konzentriert. Geprägt hat ihn vor allem ein Künstler: der „King of Pop“, Michael Jackson. „Ich bin ihm zu Konzerten nachgereist und seine Werke genau verfolgt.“



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