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Kreiskantor Cornelius Schneider-Pungs dirigiert ein letztes Mal den Posaunenchor

Schwerer Abschied

Springe. Es lag Wehmut in der Luft: Eigentlich gab der Posaunenchor sein traditionelles Jahreskonzert. Für Kreiskantor Cornelius Schneider-Pungs wurde das aber zu so etwas wie dem Abschiedskonzert. Er geht nach über 30 Jahren Tätigkeit in den Ruhestand.

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Pastor i.R. und Posaunenspieler Gottfried Duensing begrüßte zunächst die rund 100 Zuhörer in der St.-Andreas-Kirche. Und machte deutlich, dass die Musiker Schneider-Pungs, der den Posaunenchor immer wieder geleitet hatte, vermissen werden. „Wir gönnen es ihm vom Herzen, aber sein Weggang hinterlässt eine große Lücke“, sagte er.

Und stellte dann alle Posaunenspieler namentlich vor – Schneider-Pungs dirigierte dann noch einmal zwei Stücke, genau wie immer. Das Türmerlied von Max Bruch stand auf dem Notenzettel, ehe der Kreiskantor dann in verschiedenen Variationen die ganze Brandbreite „seiner“ Orgel vorstellte.

Inzwischen hatte Hans-Dieter Reicher, der eigentliche Leiter des Posaunenchores, den Dirigentenstab übernommen. Gut aufgelegt und sehr diszipliniert folgten die Musiker ihrem Dirigenten und erfreuten mit Bläsermusik vom Feinsten.

Auch die Besucher wurden dabei aufgefordert, sich am Konzert zu beteiligen und sangen „Lobet den Herren, alle, die ihn ehren“, teils mit Posaunen- oder Orgelbegleitung, und „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, das moderne „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“ und der „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen“ .

Dieses Lied war so etwas wie die Abschieds-Hymne und leitete über zum Schluss. Gottfried Duensing sprach den Segen und der Posaunenchor intonierte „Come and go“. Beifall brandete auf. Eilig holten fleißige Helfer zwei Blumensträuße, einen für den Posaunenchorchef Hans-Dieter Reicher, den anderen sollte Schneider-Pungs bekommen. Der Kreiskantor eilte von der Orgel zum Altrar-Raum, und es kam zur Abschiedsszene.

„Ich habe über 30 Jahre mit dem Posaunenchor gearbeitet, er ist eine klasse Musikformation“, sagte der nun scheidende Kantor. „Wir haben uns stets top verstanden“, fügte er noch hinzu. Auch Reicher bestätigte das Beide stellten sich mit den Blumensträußen in der Hand vors Publikum und nahmen den Beifall entgegen. Cornelius Schneider-Pungs geht – hier war es der erste Abschied. Und niemand verstand an diesem Abend, warum die Kirchenleitung eine Stelle mit großem Standbein für Kirchenmusik so einfach aufgibt und mit einem „halben“ Organisten für zwei Kirchen besetzt. Das Thema wird die Gemeinde noch weiter beschäftigen: Schneider-Pungs‘ Nachfolger wird, wie berichtet, nur noch in der Kernstadt tätig sein. Auch wenn sich St. Andreas und St. Petrus zusammentun, ist nur eine halbe Stelle bewilligt worden – befristet bis Ende 2016.

Wie berichtet, hat das auch Folgen für die Kirchenmusik, etwa in den Gottesdiensten. Wie es weiter geht, das weiß noch niemand so ganz genau – und das macht den Weggang von Schneider-Pungs für viele Gemeindemitglieder doppelt schmerzhaft. Lüdersen



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