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Amtsgericht: 20-Jähriger fährt in Eldagsen betrunken Auto / Freund verletzt sich bei Crash schwer

Schuldgefühle nach schwerem Unfall

Eldagsen (jemi). Seine Erinnerungen an den Unfall sind nur noch vage. Die Folgen sind allerdings gegenwärtig. Nicht nur für den 20-jährigen Fahrzeugführer, auch für dessen Beifahrer – beide verletzten sich dabei im April schwer. Der Fahrer hatte in Eldagsen die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren – er soll zu schnell unterwegs gewesen sein und Alkohol getrunken haben. Gestern musste sich der 20-Jährige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Körperverletzung vor dem Amtsgericht Springe verantworten.


Mit gesenktem Kopf erzählte er, wie es zu dem Unfall kam. Er sei zunächst mit einer Freundin in Eldagsen bei einem Osterfeuer und anschließend noch in einer Kneipe gewesen. Seiner Meinung nach hätte er nur wenig Alkohol konsumiert, weil er nicht viel Geld zur Verfügung hatte. Als er zu Hause war, habe er noch im Internet gesurft. Ein Freund fragte per Chat, ob er nicht noch zu einer Party wolle. Der 20-Jährige sagte gestern, dass er sich überhaupt keine Gedanken gemacht habe, ob er noch fahrtüchtig war. Doch die Polizei stellte etwa zwei Stunden nach dem Unfall einen Promillewert von 1,07 fest.

Die beiden jungen Männer hatten sich an der Langen Straße in Eldagsen getroffen. Bereits nach etwa zwei Kilometern Fahrt ereignete sich sich der Unfall. Das Auto wurde in einer Kurve von der Fahrbahn getragen und landete in einem Bach. Auch der Beifahrer, der gestern als Zeuge aussagte, kann sich kaum noch an die Nacht erinnern. Er erlitt Trümmerbrüche, Verletzungen am Becken, an den Rippen und an der Hand. Noch heute humpelt er. Der Angeklagte leidet vor allem an seiner zertrümmerten Hand. Wegen dieser Verletzung wurde er bei der Bundeswehr ausgemustert; kann sich nicht wie geplant verpflichten. Das allein sei schon eine bittere Strafe, erklärte sein Anwalt gestern bei der Verhandlung.

Richterin Susanne Kronsbein-Weiß verurteilte den 20-Jährigen zu einer Geldstrafe von 300 Euro. Außerdem muss er acht Monate auf seinen Führerschein verzichten. Doch auch sie war der Ansicht, dass die größte Strafe die Schuldgefühle sind.



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