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Schützengilde Springe feiert 125. Geburtstag

SPRINGE. 1893 fand die erste Führerscheinprüfung statt, Neuseeland führte als erster Staat der Neuzeit das Frauenwahlrecht ein und das erste Taxiunternehmen wurde gegründet. Auf eine 125-jährige Vereinsgeschichte kann auch die Springer Schützengilde zurückblicken – eine Zukunftsgarantie ist das aber nicht.

Der Vorstand von 1994 mit Manfred Reichelt (v.l.), Emmy Jachimeck, Hartmut Wolters, Brigitte Romeike, Reinhardt Bennecke, Heinrich Schwarze, Ingo Willenbockel, Birgit Volz, Gerold Beyer und Gerhard Volz. Foto: Schützengilde
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Knapp 200 Mitglieder sind derzeit in der Schützengilde aktiv. Zum Vergleich: Bei der Gründung waren gerade einmal 35 Mitglieder aktiv. Mit dem Jägercorps und dem Jagdklub gibt es in der Kernstadt derzeit drei Schützenvereine. „Gerade auf langfristige Sicht wäre ein großer Verein schon sinnvoll“, sagt Michael Förster von der Schützengilde. Weil aber jeder Verein eine eigene Satzung habe, sei eine Fusion nicht unproblematisch. Die drei Vereine stünden aber im engen Kontakt – und besprächen eine mögliche Zusammenlegung intensiv. „Noch ist aber nichts konkret“, betont Förster und ergänzt: „Auf Dauer lässt sich das wohl aber gar nicht verhindern.“ Immerhin stünden zahlreiche Vereine vor dem Problem, einen Vorstand zu finden. „Die Leute haben mehr um die Ohren, das Freizeitangebot ist groß, das Interesse insgesamt ist einfach nicht mehr so da.“

Fest steht: Stillstand wird es bei einem der ältesten Schützenvereine in der Region auch in den kommenden Jahren nicht geben. Ziel ist es, den Jugendbereich weiter auszubauen, kündigt Förster an. Derzeit schießen bei der Schützengilde zwölf Jugendliche. „Das Interesse dafür ist wieder da und es läuft.“ Gefordert werde von den Jugendlichen eine hohe Konzentrationsfähigkeit.

Auch in den vergangenen beiden Jahren ist bei der Schützengilde viel passiert: Für 70 000 Euro hat der Verein das Schützenhaus renoviert und saniert. Durch einen Anbau haben die Frauen Toiletten bekommen und auch die Herrentoiletten wurden modernisiert, berichtet Förster. Gleichzeitig wurde der Übergang zum Hof komplett überdacht und der Abwasseranschluss neu verlegt. Gebaut wurde das Schützenhaus mit dem Schießstand bereits 1957 von der Stadt und Freiwilligen der Schützenvereine. „Wir wollen aber auch noch mehr im Innenraum machen“, kündigt Förster an.

Vorurteile gegenüber dem Schießsport gebe es zwar heute noch – dafür aber seien die Sicherheitsstandards so hoch wie nie, weiß Förster. „Es gibt umfangreiche Einweisungen in die Waffen.“ Zudem spiele heute – zum Glück – nur noch der sportliche Aspekt eine Rolle.

Ein Jahr lang hat die Schützengilde die Jubiläumsfeier geplant. „Ich bin dann auch froh, wenn das vorbei ist“, sagt Förster mit einem Lachen.

Große Jubiläumsfeier am Sonnabend: Die Schützengilde feiert am Sonnabend in der Tanzschule Jendrock, Friedrich-Bähre-Straße 14, einen großen Ball zum 125-jährigen Bestehen. Los geht es um 17 Uhr mit einem Sektempfang. Um 17.45 Uhr will der Vorsitzende Heinrich Schwarze die Gäste begrüßen. Auch Reinhardt Bennecke will eine kurze Ansprache halten, bevor Bürgermeister Christian Springfeld einige Worte sprechen will. Das Buffet wird um 19.15 Uhr eröffnet, ab 20.30 Uhr kann getanzt werden. Zur Stärkung der Besucher wird es um 0 Uhr noch ein Mitternachtsbuffet mit Kaffee und Kuchen geben. Karten für den Ball gibt es heute Abend in der Tanzschule auch noch an der Abendkasse. Sie kosten 30 Euro inklusive Essen.

Information

1893 wurde die Schützengilde Springe gegründet und ist aus dem Geselligkeitsverein Eintracht hervorgegangen. 1896 stand August Bormann an der Spitze. Im Juni 1898 wurde vier Tage lang das erste Schützenfest gefeiert. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs ruhte das Vereinsleben komplett.

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