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Schützenfest Springe: Krisensitzung im August

SPRINGE. Bei einer Krisensitzung im August wollen die fünf ausrichtenden Vereine entscheiden, wie es mit dem Volks- und Schützenfest weitergeht.

Das waren noch Zeiten: 2005 fand das Volks- und Schützenfest auf dem Burghof statt. FOTO: NDZ-ARCHIV
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Nach der Absage der Schützengilde, die im Jubiläumsjahr 2018 nicht auf dem außerhalb gelegenen Festplatz am Hallenbad feiern möchte, gehe es darum, über kurz- und langfristige Planungen zu reden, sagte Christa Heinzel. Sie ist Vorsitzende des Spielmannszugs, der das Fest in diesem Jahr ausgerichtet hatte.

Wie berichtet, überlegt der Vorstand des Jägercorps, als Ausrichter für nächstes Jahr einzuspringen – obwohl man schon 2016 an der Reihe war. „Wenn sie das machen, dann werden sie von den anderen Vereinen unterstützt“, kündigt Heinzel an – auch von der Schützengilde. „Wir wollen keinen hängenlassen.“ Schon für dieses Jahr hatten die Vereine, zu denen auch Feuerwehr und Jagdklub gehören, eine engere Zusammenarbeit vereinbart – etwa beim Kindernachmittag.

Heinzel teilt die Befürchtung von Jägercorps-Chef Frank Zipsner: Lasse man das Fest einmal ausfallen, sei es um so schwerer, wieder in den jährlichen Rhythmus zu finden – sowohl bei Besuchern als auch bei den Ausrichtern. Es gebe zwar auch Feiermodelle, die einen mehrjährigen Rhythmus vorsehen – ob das in diesem Fall infrage komme, sei aber fraglich. Der Spielmannszug selbst wolle im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen: „Wir sind schon für einige Auftritte gebucht. Und ich kann die Mitglieder auch nicht überfordern.“

Langfristig gehört Heinzel zu denen, die eine noch engere Zusammenarbeit der Ausrichter befürworten: „Das muss ja nicht das Eldagser Modell sein.“ Denkbar sei auch, sich die einzelnen Tage aufzuteilen: „Das steht alles noch in den Sternen.“ Der Weg sei weit – vor allem, solange in einigen Vereinen noch gezögert werde. In einem ersten Schritt habe man nun eine Liste erstellt mit allen Aufgaben, die bei der Organisation anfallen: „Die geben wir jetzt den anderen in die Hand; das erleichtert die Planung“, sagt Heinzel.

Wenn es um die Zukunft des Festes geht, sieht die Spielmannszug-Chefin die Debatte um den Standort des Schützenfestes als weniger entscheidend an: „Ich persönlich glaube gar nicht an den großen Erfolg am Burghof.“ Wegen der engen Bebauung in der Stadt seien die Lärmauflagen eine große Einschränkung: „Da ist dann eben um 23 Uhr Schluss.“

Sorgen um die Zukunft des Traditionsfestes macht sich auch die Politik: „Das Schützenfest in Springe ist in dieser Form ist ein Auslaufmodell“, befürchtet Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich. Er sei überzeugt, dass es das Fest nur noch einige Jahre geben werde. „Die Ausrichter werden irgendwann zwangsläufig sagen, dass der Aufwand einfach zu hoch ist, wenn das Angebot nur noch von so wenigen Besuchern angenommen wird.“ Dabei sei das Engagement ja da: „Die fünf Vereine geben sich Jahr für Jahr immer so viel Mühe bei der Organisation, aber es wird von der Springer Bevölkerung nicht honoriert“, sagt Friedrich.

Vielleicht sei es möglich, das Schützenfest immerhin noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen: „Oder stattdessen ein Stadt- oder ein Weinfest zu etablieren – weg vom klassischen Schützenfest.“ Früher sei die Veranstaltung ein Feier-Garant gewesen, erinnert sich der Ortsbürgermeister. „Da sind sogar diejenigen, die aus Springe weggezogen sind, extra für das Wochenende wiedergekommen.“ Heute bestehe teilweise nicht mal mehr ein Interesse von Mitgliedern aus den eigenen Schützenvereinen. „Und den Springern? Denen muss man ja fast schon Zucker in den Hintern blasen, damit sie zum Schützenfest gehen“, schimpft der Ortsbürgermeister. Friedrich hätte in diesem Jahr zumindest einmal gerne auf dem Burghof gefeiert. „Dann wüssten wir, ob es wirklich nur eine Standort-Frage ist oder ob das Problem ein anderes ist“, so Friedrich. „Aber die Möglichkeit werden wir wohl nicht bekommen, die Auflagen sind einfach zu hoch.“



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