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Schützenfest 2018: Schützengilde Springe sagt ab

SPRINGE. Die Schützengilde zieht Konsequenzen aus der gescheiterten Rückkehr des Schützenfestes in die Innenstadt: Der Traditionsverein ist nicht bereit, das Fest im kommenden Jahr auszurichten.

Ein Foto aus der guten, alten Zeit: 1965 marschiert der Schützenfest-Umzug über die heutige Völksener Straße. Im Hintergrund die Bauarbeiten an der Ecke Grasweg. Das Foto stammt aus der NDZ-Zeitreise: Unter zeitreise.ndz.de finden Abonnenten diese un
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Noch ist unklar, ob und wie 2018 gefeiert wird. Das Jägercorps überlegt, kurzfristig einzuspringen – die vergleichsweise kleine Gruppe hatte die Organisation aber bereits im vergangenen Jahr übernommen und muss 2018 das Bürgerkönigsschießen stemmen.

Die Schützengilde ist der älteste und größte Schützenverein der Kernstadt. Im kommenden Jahr jährt sich ihre Gründung zum 125. Mal. Passend zu dem Jubiläum wollten die Sportler nicht nur zum Volks- und Schützenfest einladen, sondern auch das Kreisschützenfest nach Springe holen. Der Vorsitzende Heinrich Schwarze hat beides abgesagt: „Irgendwo muss man mal konsequent sein“, begründet er. „Wir sehen es nicht ein, dass wir wegen zwei, drei Leuten in die Wallachei abwandern müssen.“ Die fünf Vereine, die abwechselnd Schützenfest-Ausrichter sind, starteten im vorigen Jahr einen neuen Versuch, die Veranstaltung von der Harmsmühlenstraße auf den Museumshof zu verlegen. Einige Anwohner protestierten. Für Einzelhändler Schwarze ein Unding. An der Harmsmühlenstraße habe das Traditionsfest langfristig keine Überlebenschance: „Das wird immer schlecht besucht sein.“

Was nun? Der Spielmannszug richtete das Fest erst in diesem Jahr aus. Der Jagdklub hat bereits für 2019 zugesagt und kann ebenfalls schlecht zweimal hintereinander die Großveranstaltung managen. Die Feuerwehr war vor zwei Jahren dran und ist 2020 wieder an der Reihe. „Mehr geht nicht“, stellt Ortsbrandmeister Florian Doege klar – die Ehrenamtlichen haben sich wegen der hohen Belastung gerade erst vom Osterfeuer verabschiedet.

Bleibt nur noch das Jägercorps. Das hat das Fest allerdings erst im vorigen Jahr durchgeführt. Trotzdem wirbt der Vorsitzende Frank Zipsner in den eigenen Reihen dafür, sich erneut auf den Kraftakt einzulassen. Es könnte sonst der Anfang vom Ende sein: „Wir haben in Bad Münder schon erlebt, wie schnell das Schützenfest einschläft, wenn es erst mal eine Pause gibt.“ Der Vorstand des Jägercorps steht mehrheitlich hinter Zipsners Wunsch. Das letzte Wort sollen allerdings die Mitglieder haben. Für kurz nach den Sommerferien will Zipsner sie zur Versammlung einladen und abstimmen lassen. Bedenken gibt es durchaus. Das Jägercorps hat keine 70 Mitglieder mehr, aktiv sind sogar nur noch 20. Diese wenigen Ehrenamtlichen kümmern sich im nächsten Jahr auch um das Bürgerkönigsschießen, das Ende April oder Anfang Mai ausgetragen wird. Dazu kommt, dass die Planungen fürs Schützenfest eigentlich schon laufen müssten.

Parallel zur Mitgliederversammlung will Zipsner deshalb die vier anderen Ausrichter an einen Tisch holen. In diesem Jahr hatten die fünf Gruppen erstmals kooperiert und sich auf wichtige Änderungen geeinigt – wie die Verkürzung auf drei Fest-Tage und die Verlegung des Katerfrühstücks auf den Sonnabend. Den Kindernachmittag richteten alle gemeinsam aus.

Zipsner hofft, die Last auch langfristig auf mehr Schultern verteilen zu können. Wie es mit dem Schützenfest weitergehe, entscheide letztlich aber jeder Springer. Damit, ob ihm der Rummel, die Angebote im Zelt oder der Umzug einen Besuch wert seien. Der Jägercorps-Chef wünscht sich, „dass die Bürger endlich aufwachen und mitziehen“. Die ehrenamtlichen Ausrichter könnten sich noch so strecken, „es sind aber nicht wir, die den Platz und das Zelt füllen“.

Für Anregungen sei er durchaus dankbar. Eine ist, vom traditionellen Schützenfest-Termin am dritten Juni-Wochenende abzurücken. Eine Woche eher könnte es im kommenden Jahr günstiger sein. Der Ferienstart ist dann nicht ganz so nah und die Zahl der Parallelveranstaltungen geringer.



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