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821 Springer haben Waffen angemeldet / Ordnungsamt kontrolliert Zuverlässigkeit der Besitzer

Schützen: Waffengesetz ist bereits streng genug

Springe (zer). Die nach dem Amoklauf von Winnenden angestellten Überlegungen der Innenminister, Waffenbesitzer noch strenger zu kontrollieren, kommen bei den Springer Sportschützen nicht gut an. „Das Waffengesetz ist bereits sehr streng, und wir werden ohnehin oft überprüft“, sagt Heinrich Schwarze, Vorsitzender der Schützengilde Springe. Mehr könne man kaum noch machen.


Nach Angaben von Karsten Kohlmeyer, dem stellvertretenden Leiter des Ordnungsamts, hat die Stadt derzeit 821 Waffenbesitzer registriert. Während manche von ihnen nur eine Waffe besäßen, seien es bei anderen gleich mehrere.

Auch Kohlmeyer hält die Auflagen für recht hoch: „Wir kontrollieren alle drei Jahre die persönliche Zuverlässigkeit der Waffenbesitzer.“ Dabei hole die Stadt, die seit 2003 auch Waffenbehörde ist, Auskünfte von der Polizei und der Staatsanwaltschaft über die Waffenbesitzer ein. „Außerdem fordern wir Angaben darüber, wie die Waffen aufbewahrt werden.“ Die Besitzer müssten nachweisen, dass sie ihre Waffen in einem Sicherheitsschrank einschließen. Als Beleg werde auch schon mal nach einem Kaufbeleg für den Safe gefragt. Im Zweifelsfall würden Mitarbeiter der Stadt die Einhaltung der ordnungsmäßigen Verwahrung der Waffen vor Ort kontrollieren. „Die Stadt kann es dabei jedoch nicht leisten, zu überprüfen, ob die Waffen auch jeden Abend im Sicherheitsschrank eingeschlossen, und nicht im Schlafzimmer liegen gelassen werden“, sagt Kohlmeyer. Das Problem seien ohnehin nicht die legalen, sondern die illegalen Waffen.

Das sieht Jürgen Hüper vom Jägercorps genauso: „Schwarze Schafe wird es immer geben. Sie besorgen sich die Waffen illegal. Daran ändern auch schärfere Kontrollen nichts.“

Gildechef Schwarze fürchtet, dass schärfere Kontrollen dazu führen, dass immer weniger Menschen den Schießsport ausüben. „Die Gesetze noch mehr zu verschärfen, ist überflüssig. Sonst gibt es den Schießsport bald nicht mehr.“

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