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Zwei junge Vögel mit Luftgewehr schwer verletzt / Züchter vermuten politischen Hintergrund

Schüsse auf Brieftauben – Besitzer in Angst

Springe (ric). Der Frevel eines Tierhassers oder eine Tat mit politisch motiviertem Hintergrund? Ein Unbekannter hat mitten in einem Wohngebiet in Springe auf zwei Brieftauben geschossen und die Tiere erheblich verletzt. Die Besitzer machen sich große Sorgen – sie befürchten, dass ihre starke Identifikation mit der Linkspartei eine Rolle spielt.

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Traudel Patyk und ihr Mann Hamid Al-Alwany ziehen seit zehn Jahren Brieftauben heran. Gerade erst haben die Mitglieder des Zuchtvereins Hameln-Springe ein Tier in der Klasse ihres Sohnes im Biologieunterricht vorgeführt – die Schüler waren begeistert. Nach der Freude kam nun der Schock: Vermutlich mit einem Luftgewehr wurde genau diesem Jungvogel und einem zweiten Tier in den Unterbauch geschossen, als die Tauben friedlich auf dem Dach des Nachbarhauses saßen und sich eine Pause von ihrer „Flugschule“ gönnten.

Schwer verletzt überlebten die gefiederten Freunde der Züchter, die gelernte Krankenschwester Traudel Patyk versorgte sie, stoppte die Blutungen. „Möglich, dass sie dennoch sterben müssen“, bedauert ihr Mann. Er sagt: „Ich habe Angst, die Tauben jetzt überhaupt noch fliegen zu lassen.“ 100 Tiere befinden sich in der Obhut der Tierliebhaber. Die Eheleute haben die Polizei eingeschaltet und Anzeige erstattet.

Sie vermuten hinter der Tat mehr als nur einen Tierhasser – denn: Beide sind aktive Unterstützer der Linkspartei, haben jüngst auf ihrem Grundstück Wahlplakate geklebt. Dorthin laden sie regelmäßig auch Menschen ein, die am Rande der Gesellschaft stehen.

Die Springer Polizei ermittelt zunächst lediglich wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Kripo-Chef Hans-Eberhard Nolte geht davon aus, dass mit einem Luftgewehr geschossen wurde. „Für einen politischen Hintergrund haben wir im Moment keinen Anhaltspunkt – es gibt ja kein Bekennerschreiben oder Ähnliches.“



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